Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739126
Gummi 
Gutti 
heisst 
ein 
Gummiharz , 
welches 
zumeist 
81.18 
Ostindien 
ZU 
UIIS 
kommt 
und 
durch Einschnitte 
in Stamm 
und Aeste einer Guttifere, der Stalagmites cambogioides, ge- 
wonnen wird. Auf den Organismus wirkt es drastisch purgirend, 
gehört daher zu den schwachen Giften. Es unterliegt kaum 
der Verfälschung. 
Kadmiumgelb (Kadmiumsulphur, Schwefelkadmium). 
Diese prachtvolle gelbe Farbe ist eine Schwefelungsstufe des 
metallischen Kadmiums und wird in den chemischen Fabriken 
in verschiedenen Nuancen erzeugt, und zwar in der Weise, dass 
eine schwach salzsaure Lösung des Metalles mittelst Schwefel- 
wasserstoffgas zersetzt wird, wobei das Schwefelkadmium als 
citronen- bis kanariengelbes Sediment resultirt. Diese Farbe 
ist die echteste und beständigste gelbe Farbe, aber ihrer Kost- 
spieligkeit wegen mannigfachen Verfälschungen unterworfen, 
Verfälschungen und Erkennen derselben: Die 
häufigste Verfälschung geschieht mit dem ziemlich ähnlichen 
und billigen Chromgelb.  
Im Handel finden sich solche Falsificate, welche sich dem 
analysirenden Chemiker zum Theile als Gemenge von Chrom- 
gelb mit Kadmiumgelb, zum Theile auch als reines, passend 
nuancirtes Chromgelb darstellen. Die letztere Verfälschung segelt 
für gewöhnlich unter der Flagge Frankreichs und werden oft 
für dieses ganz Werthlose Präparat unglaubliche Preise gezahlt. 
Der Bleigehalt des Chromgelb macht den Werth der Farbe 
natürlich illusorisch, da solche Farben sehr nachdunkeln. 
Das reine Kadmiumgelb, mit etwas Soda am Platinblech 
oder in einer ausgehöhlten Holzkohle vor der Löthrohrflamme 
behandelt, muss nach dem Erkalten einen braunen Beschlag 
von Kadmiumoxyd zeigen. 
Bleihältige Gemische zeigen ausserdem noch nach starkem 
Glühen einen orangerothen oder rothbraunen Rückstand von 
Bleioxyd. 
Neapelgelb (auch Giallolino, neapolitanische Erde) 
ist vom chemischen Standpunkte aus antimonsaures Bleioxyd, 
keine Dauerfarbe und zählt zu den giftigen Farben.
        

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