Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739914
Copiren, ohne in der Regel auch nur einen Schritt weiter in 
ihrer eigentlichen künstlerischen Ausbildung zu gelangen. Die 
Ursache davon ist auch sehr einleuchtend, wenn man sich 
frägt: wMit welchem Verständnisse sitzt ein Anfänger copirend 
vor einem Gemälde von RafaelPw Ein gutes Bild zu begreifen, 
setzt eben schon einen grossen Grad von künstlerischer Bildung 
voraus. Denkende Lehrer werden daher stets trachten, ihren 
Schüler erst mit der Natur vertraut zu machen, ihm beizu- 
bringen trachten, in der Natur das Schöne herauszufinden und 
dann erst durch Betrachtung der Meisterwerke grosser Künstler 
ihn in den Geist dieser Werke einzuführen. Dazu bedarf es 
aber nicht der Copie, sondern nur der Anschauung, denn be- 
greift der Schüler das Gemälde und dessen Schönheit nicht so- 
fort, so wird er durch geistloses Copiren dies auch nicht 
erreichen. 
Das Copiren von Bildern ist nur da von Vortheil, wo es 
sich um die Nachahmung und Erlernung der Technik handelt 
und. in dieser Beziehung ist das Copiren bei Erlernung der 
Aquarelltechnik auch von Vortheil, jedoch ist zu beachten, nicht 
zu viel und nicht zu oft nach einem Meister zu copiren, denn 
nur zu leicht gewöhnt sich der Schüler die Eigenheiten, ja ge- 
rade die Fehler des Originales an und wird dadurch seine eigene 
Ausdrucksweise beeinträchtigt. 
Stets bleibt der beste Meister die Natur und das Malen 
nach der Natur der einzig richtige Weg zur Ausbildung. Mit 
dem Eindringen in die Natur wächst das Verständniss und 
dadurch ergibt sich von selbst die Technik, welche sich dann 
jeder Maler nach seiner Empfindung zurechtlegt und nur auf 
diese Weise kommt unbewusst die Eigenart des Künstlers zum 
Ausdruck. Mit einfachen Objecten begonnen und mit solchen, 
welche keiner Bewegung und keinem Wechsel in der Beleuchtung 
ausgesetzt sind, steigert sich Wissen und Können von selbst 
mit den höheren Anforderungen, welche an den Künstler heran- 
treten.
        

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