Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739818
Hilfsapparate. 
Es wäre eine irrige Ansicht, zu glauben, der Maler dürfe 
nicht alle Mittel anwenden, welche ihm seine Arbeit in irgend 
welcher Weise fördern oder erleichtern würden. Unerlaubte 
Mittel wären nur jene, welche etwa in einem Angriff auf das 
geistige Eigenthum Anderer oder in Mitteln beständen, welche 
auf die technische Qualität der Arbeit von nachtheiligem Ein- 
flusse wären. Manchmal ist freilich die Grenze schwer zu 
finden. So gab es einen sehr bekannten Landschaftsmaler in 
München, der, wenn er bei seinen Compositionen in Verlegen- 
heit gerieth und in seiner Studienmappe keinen passenden 
Felsen fand, in den Kohlenkübel griff und sich ein Stück Stein- 
kohle zurechtlegte, welche freilich eine auffallende Aehnlichkeit 
mit der Structur der Kalkfelsen hat, und nach dieser malte. 
Aehnliche Fälle kommen in den verschiedensten Variationen, 
oft durch die Noth an Studien oder der momentanen Unmög- 
lichkeit, welche zu machen, erfunden, vor. Der Erfolg ist stets 
der Richter über solche Mittel. 
Welche Rolle die Photographie heute in der Kunst spielt, 
ist allbekannt, wie sehr dieselbe, weise benützt, zum Vortheile 
gereichen, schlecht verstanden und angewendet aber auch leicht 
zum blinden Glauben an dieselbe verleiten kann. So drängen 
sich in manchen Bildern gerade die Schattenseiten der Photo- 
graphie auf und erinnere ich nur an die unschönen Bewegungen, 
welche durch die Momentphotographie häufig entstehen und im 
blinden Glauben an die Richtigkeit auch gemalt werden.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.