Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739750
Ein sehr angenehmes Material und dem Pergament in der 
Behandlung sehr ähnlich ist die sogenannte Capaunhaut (wahr- 
scheinlich gespaltenes Leder von sehr jungen Ziegen), welche- 
wegen ihrer Zartheituzurncist für die Fächermalerei im besseren 
Styl angewendet wird. 
Capaunhaut wird in Paris in überraschend grossen Flächen. 
erzeugt. Man bestellt sich dieselbe am besten durch eine Galan- 
teriewaarenfabrik. Diese Häute sind wohl immer schon für Fächer 
zugeschnitten, ergeben aber genügend grosse Flächen für ein 
Gemälde von 30-40 Centimeter im Quadrat. Gemälde auf" 
Capaun gemalt, haben eine überraschende Leuchtkraft der 
Farben und lassen eine ausserordentlich zarte und {eine Be- 
handlung zu. Ausserdem kann man Töne noch weit besser 
mit dem Rehleder auswischen, wie auf Papier. 
Ein grosser Uebelstand der Capaunhaut ist, dass sie immer 
etwas fett ist, daher die Farbe Anfangs gar nicht angreift. Ich 
habe diesem Uebelstand dadurch mit Erfolg abgeholfen, dass 
ich die ganze Fläche erst mit Spiritus benetzte und die Farben, 
bis der Grund einmal bedeckt ist, mit Spiritus versetzte. Viel- 
leicht gibt es noch andere Mittel, diesem Uebelstande zu begegnen. 
Ochsengalle, die sonst in solchen Fällen ihre Dienste thut, wirkt 
in diesem Falle nicht. 
Ist die Haut aber einmal mit Farbe bedeckt, dann malt 
es sich sehr angenehm weiter. 
Die Capaunlmaut lässt sich auch wie Aquarellpapier und auf 
dieselbe Weise spannen. 
Zur genauen Reproduction von Oelgenmälden, strengen 
Copien alter Gemälde, kann es kein besseres Materiale geben, 
ebenso, scheint mir, müsste es sich zur Genre- und Porträt- 
malerei vorzüglich eignen.
        

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