Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739745
ganze Fläche des Pergamentes deckt, sondern wo nur ein ver- 
hältnissmässig kleiner Theil desselben bemalt wird, stimmt der 
feine Ton des Pergamentes so harmonisch mit den Farben zu- 
sammen. Da diese Art Malerei zumeist in Verbindung mit 
ornamentalen Verzierungen steht, so ist die Anwendung von 
Gold sehr von Vortheil. 
Das echte Gold, wie es in Miessmuscheln angemacht 
käuflich zu haben ist, wird auf zweierlei Art angewendet. Mit 
dem Pinsel oder der Feder aufgetragen, hat es einen matten, 
angenehmen Goldglanz. Auf alten Pergamenten kommt es aber 
häufig vor, dass das Gold mit scharfem Glanze verwendet wird. 
Gewöhnlich erscheinen einzelne Punkte glänzend, welche auf 
diese Weise hervorgebracht sind, dass jene Punkte erst mit 
Deckweiss gemalt werden und dann erst das Gold darauf 
kommt. lst Beides gut getrocknet, so übergeht man diese 
Punkte mit dem Achatstift durch mässiges Aufdrücken, wodurch 
das Gold den Glanz bekommt. Oft erscheinen ganze Flächen 
(z. B. Heiligenscheine) mit mattem Golde gemalt und in diese 
hinein eine Zeichnung von Ornamenten in glänzenden Linien. 
Diese Fläche wird in diesem Falle gleichfalls mit Deckweiss 
untermalt, und die Linien, welche glänzen sollen, mit dem Achat 
hineingezeichnet. 
Beim Malen auf Pergament muss man stets die Vorsicht 
gebrauchen, die Hand nicht direct auf das Pergament, sondern 
auf ein Schutzpapier zu legen, um ersteres vor etwaigem Fett- 
werden zu bewahren. Auch sei erwähnt, dass Correcturen so 
gut wie gar nicht zu machen sind, namentlich ist es unmöglich, 
etwas vollkommen wegzulöschen, die Arbeit daher mit beson- 
derer Ueberlegung und Delicatesse zu machen ist. Wie weit 
diese Delieatesse zu gehen hat, mag man daraus entnehmen, 
dass durch blosses Bestreichen mit klarem Wasser die pelz- 
artige Oberfläche des Pergamentes alterirt wird und auf diese 
Art eine zarte Tonverschiedenheit auf dem reinen Grunde erzielt 
werden kann, welcher Vorgang häufig angewendet 
ausgesparte Lichter abzurunden oder zu dämpfen. 
wird , 
U11]
        

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