Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Aquarell-Malerei
Person:
Fischer, Ludwig Hans
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-738486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-739736
Das 
Malen 
auf 
Pergament. 
Pergament ist das schönste und vornehmste Material zur 
Bemalung, der feine gelbliche Ton und seine eigenthümliche 
Structur bieten einen Untergrund, auf welchem die darauf ge- 
legten Farben einen ganz eigcnthümlichen Zauber entfalten, 
aber es ist auch das am schwierigsten zu behandelnde Material 
und der technischen Schwierigkeiten wegenatich zur Aquarell- 
malerei im gewöhnlichen Sinne nicht zu verwenden. 
In früherer Zeit, vor der Erfindung des Aquarellpapieres, 
war Pergamcnt stets das Material zu Gemälden in Aquarell, 
zumeist aber einem bestimmten Zwecke untergeordnet. Kleine 
Porträts, Miniaturen überhaupt, die einst so sehr schwunghaften 
Dosengemälde, namentlich aber Vignetten und Initialien für 
Bücher boten ein reiches Feld für die Pergamentmalerei.  
Die Hauptschwierigkeit in der Behandlung liegt darin, dass 
mit gewöhnlichen Aquarellfarben gleichmässige Flächen anzu- 
legen geradezu unmöglich ist. Man ist daher genöthigt, fast 
immer, wo grössere Flächen anzulegen sind, die Farben mit 
Permanentweiss zu mischen, überhaupt stets die Aquarelltechnik 
mit der Gotiachetechnik zu verbinden. Freilich ist dies für die 
Arbeit kein Nachtheil, denn die in der Gouachetechnik gemalten 
Theile des Gemäldes verbinden sich auf Pergament sowohl ganz 
angenehm mit dem Untergrund als auch mit den in Aquarell 
ausgeführten Theilen. Es ist übrigens bei einiger Uebung auch 
das Ausgleichen von Flächen durchaus nicht ausgeschlossen. 
Ich möchte daher die Malerei auf Pergament auch in 
keinem anderen Sinneangewendet wissen als sie im Mittelalter 
gebräuchlich war, hauptsächlich aber, wie es ja häufig auch 
geschieht, zur künstlerischen Ausschmückung von Diplomen 
und Urkunden; denn gerade da, wo ein Gemälde nicht die
        

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