Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749482
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zu machen, sondern dies! vielmehr für diejenigen Orte aufzusparen, 
wohin unser Auge nur willkürlich und bei günstiger Gelegenheit 
seinen Blick richtet, also für die Wand und vor allem die Decke. 
Im Übrigen fällt dieses Erfordernis zusammen mit jenem rein erna- 
mentalen, wonach (wie oben entwickelt) der Fußboden nicht nur im 
Gegensatz steht zur Decke, sondern dieser Gegensatz einzig und 
allein in der einfachen und dunkeln Behandlung jenes und der 
reichen und hellen dieser seinen angemessenen Ausdruck findet. 
Wenn wir uns schließlich noch erinnern, dass auch in rein prak- 
tischer Beziehung  in der Verschiedenheit der Benützung des Fuß- 
bodens und der Decke nämlich  der gleichsam polare Gegensatz 
dieser beiden Theile des Wohnraumcs sich deutlich ausspricht, so 
kann an dem stilistischen Unterschied dieser beiden Motive nicht 
mehr gezweifelt werden. 
Gleichzeitig mag dieser Fall für uns als ein schlagendes Beispiel 
gelten, wie die Forderungen einer stilgerechten Ornamentation in 
völligem Einklang stehen mit den natürlichen und praktischen Be- 
dürfnissen, aus welchen ein Kunstmotiv hervorgeht. 
Über 
den 
Faltenwurf. 
Die 
Draperie 
und 
die 
Gewandung. 
Ich bin mir. wohl bewusst, dass diese Überschrift nicht völlig 
den Gegenstand deckt, welcher in diesem Capitel zur Sprache kommen 
soll; denn der Faltenwurf (worunter man jene dem Textilproduct 
eigenthümliche Gestaltung versteht, welche das Resultat ist des Zu- 
sammenwirkens natürlicher Kräfte  insbesondere der Schwerkraft  
und des stofflichen Zusammenhangs) ist nicht das alleinige Gesetz, 
nach welchem sich jene Beiden in ihrer ornamentalen Gestaltung zu 
richten haben. 
Dagegen ist der Faltenwurf das einzige der Draperie und der 
Gewandung gemeinsame Merkmal, welches ihnen ihre unleugbare 
Stilverwandtschaft sichert, sie gleichzeitig in einen gewissen Gegen- 
satz bringend zu dem glatt gespannten Teppich, wie er im Bisherigen 
uns als das Mittel der Verkleidung ebener Flächen entgegen ge- 
treten ist. 
demnach im Nachfolgenden über die Draperie und die Ge- 
zu sagen ist, wird sich größtentheils auf die Thatsache 
Was 
wandung
        

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