Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749401
Als ein Umfassendes muss jeder Saum zunächst rhythmisch ge- 
gliedert sein, aus zweierlei Gründen: Erstens, weil die Eurhythmie 
die Richtung  als ein wesentliches Merkmal des Bandes  zum 
Ausdruck bringt und zweitens, weil die stetigewWiederkehr des 
NGleichartigen (im Rhythmus) die Idee idesuEinfassens, Umrahmens 
die." xir-{Iireirsinnbildlicht. In ersterer iBEZiGhLUlg ist nun im Allge- 
meinen von Wichtigkeit, in welcher Lage zum Beschaner die Fläche 
des 'l'eppichs sich befindet. Entweder nämlich, der Teppich liegt 
horizontal  wie in der Fußbodenbekleidung  oder der Teppich 
ist vertical wie bei der Wandbekleidung. 
In jenem Falle, welcher uns hier zunächst beschäftigt, hat nun 
eine Bezugnahme des Ornaments nach dem Mittelpunkte einzutreten, 
welche sich vornehmlich im Saume, als der Peripherie des Ganzen, 
ausspricht. Der Saum hat dann außer seiner Längsrichtung, welche 
in Bezug auf die Mitte belanglos ist, auch noch eine centrale Richtung 
ornamental zu versinnbildli- 
 chen, welche naturgemäß senk- 
'  recht steht zu jener. 
t X w' Jeder ornamentalxiollstän- 
 dig gegliederte Saum soll diese 
iäti-n"  doppelte Richtung zum Aus- 
Sanm mit Längsrichtung. Rhythmus mit dl-Llck bringen.   entvgedexi 
doppelten Llementen.     
m, einem einzigen ornamen- 
talen Motiveevereint, oder aber in ihre Bestandtheile aufgelöst, in 
welch letzterem Falle der Saum selbst die Längsrichtung und eine 
an ihn sich anschließende, selbständige Bordure die centrale Rich- 
tung auszudrücken hat. (Siehe die Illustration, Seite 75.)  
Die 
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andbeläleidulmg. 
 Jeder verticale Raumabschluss heißt Wand. 
Der erste und wichtigste Zweck dieser ist somit das Abschließen; 
 doch hat die Wand, ornamental genommen, noch eine zweite 
wichtige Aufgabe zu erfüllen, nämlich die Vermittlung herzustellen 
zwischen Fußboden und Decke. 
Diese Vermittlung obliegt der Wand infolge ihrer Stellung 
zwischen jenen beiden, und sie reicht liin, die Wand in ihrer orna- 
mentalen Gliederung zu bestimmen. 
Jede vollständig gegliederte Wand zerfällt in die drei Theile 
des Mittelfeldes, Sockels und Frieses.
        

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