Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749390
befinden, diejenige ist, dass wir uns in den Mittelpunkt derselben 
versetzt denken. Vom Mittelpunkte aus gleitet unser Blick un- 
willkürlich zur Grenze hinüber, welche solcherart das zweite wich- 
tige Merkmal unserer Scholle bildet. 
Mitte und Grenze sind demnach die beiden formalen Elemente, 
welche zunächst und vor allem die ornamentale Gliederung der 
Fußbodenflaehe bestimmen; Mittelpunkt und Saum die beiden orna- 
mentalen Motive dieser Gliederung. 
Das Mittelfeld. Es ist der eigentliche Hauptbestandtheil je- 
der ornamental gegliederten Fläche, zu welcher der Saum im Ver- 
hältnis des bloß Dienenden und " 
Untergeordncten steht. Letzterer     
verhält sich in dieser Hinsicht zum   
Mittelfelde, wie die Ralnne zum     
Bild und ist wie diese bestimmt, s?  
das Eingefasste durch Abgrenzung qg-lf-"Ey   
von der Nachbarschaft in seiner      
Wirkung zu erhöhen und gleich-  
sam zu einer selbständigen orna-     ä  
mentalen Einheit zu erheben.    
Richtung des  aillfrfäfs 
ments im Mi ttelfeld. Die  
Decoration des Mittelfeldes ist,      
die Richtung anbelangend, enr-  
weder völlig neutral zu halten,  
und dies umsomehr, als das De- RülnischuTerazzofußbotlen. 
tail im Ensemble, der Go- 
sammtivirkung, verschwindet, wie z. B. beim orientalischen Flach- 
ornament; oder aber mit entschiedener Bezugnahme zur Mitte durch- 
zuführen, also gleichsam radial anzuordnen. Ein dritter Fall, in 
welchem das Dessin des Mittelfeldes nur von einer ganz bestimmten 
Seite aus zu betrachten und das Ornament in Bezug auf diese Seite 
gerichtet ist, kann natürlich auch gedacht werden, entkleidet aber 
den Teppich, resp. die Fußbodenbekleidung ihrer Abgeschlossenheit 
und Einheit, sie in Bezug setzend mit einem äußern, zweiten Orte, 
etwa dem Standpunkt des Besehauers; eine Bezugsetzung, welche 
dann auch consequent im ganzen Dessin festzuhalten ist. 
Der Saum. Der wesentlichste ornamentale Zweck des Saumes 
ist, wie schon ausgesprochen, das Umrahmen. Die Rahme ist der 
bandförmige, äußere Theil der proportional getheilten Ebene.
        

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