Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749379
llrlauern, die eben den Charakter dieser Teppiche oder spanischen 
Wände kundgeben. Die gemalten und sculptierten Ornamente sind 
sämintlich aus demselben structiven Elemente hervorgegangen, das 
sich so klar von dem baulichen Ganzen scheidet. Nachahmungen 
von Stoffen, lackierte Täfclung, Bambusgeilechte, knorriges zu 
phantastischen Gebilden umgeformtes Pfahl- und Astwerk." (Semper 
nder Stil", I. Band, Seite 2-12.) 
Antike 
Bauaulage. 
In offenbar engster Beziehung mit dem eben Gesagten ist alles, 
was wir von der innern Einrichtung des antiken Wohnhauses wissen, 
so dass uns der Schluss gestattet ist, die Tapeziererkunst habe bei 
den Alten eine ähnliche Rolle gespielt wie noch heute in China  
auch wohl in Persien und Indien. 
Das antike Wohnhaus, dessen vornehmste und wichtigste Theile 
das Atrium und das Peristil bildeten, war, wenigstens ursprünglich, 
in seiner innern Anordnung Werk des Tapezierers. Zahlreiche m0- 
bile Einbauten, Scherenwäinde, hatten die Bestimmung, den Raum 
je nach Bedürfnis zu theilen. Sie nahmen indessen nicht die ganze 
Höhe desselben ein, sondern ließen den oberen Theil frei, die Ge- 
sammtwirkung nicht zu beeinträchtigen. Es ist kein Zweifel, dass 
die spätere pompejanische Wanddecoration (siehe die Illustration auf 
Seite 77) ihre Motive und ornamentale Anordnung ganz dieser ur- 
sprünglichen Methode des Raumabschließens im Innern entnommen 
hat "und dass z. B. der Fries seine wesentliche Zusammengehörig- 
keit mit der Decke unter anderem auch dem Umstande zu danken 
hat,.dass er als ursprünglich freigelassener Theil der Wand ein mit 
der Decke zusammenhängendes Ganzes bildete. (Siehe darüber wei- 
ter unten.) 
Außer dem glattgespannten Teppich (als Scherenwand) ver- 
wandte man übrigens im antiken Wohnhaus auch faltige Vorhänge 
als Portieren zwischen den Thüren, ja selbst zuweilen als Ver- 
kleidung fester WVande. 
Auch als Decke, d. h. horizontal über den offenen Raum ge- 
spannt, kam der Teppich zur Verwendung, theils zu dem Zwecke, 
gegen die Sonnenstrahlen zu schützen, wie z. B. im Atrium, theils 
auch als ritueller Schmuck über dem Götterbilde im Tempel. 
Nur als Fußbodenbekleidung scheint  im Griechischen  
der Teppich weniger in Verwendung gestanden zu sein und schon
        

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