Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749281
64 
eine gewisse regelmäßige, p h a sen artige Wiederkehr ihres Eintrittes 
herbeiführt. 
Daraus folgt, dass ein Gegenstand umso leichter unserer Vorstel- 
lung sich einpragt, d. h. zu einem Vorstellungsbilde führen wird, als der- 
selbe reicher an wirklichen und armer an scheinbaren Contouren ist. 
Solche unserem Vorstellungsgcbilde homogene Gegenstände wer- 
den nun dessen Eigenthümlichkeit des Ebenfitlligen (worüber schon 
oben) zunächst und sozusagen naturgemäßei- sich anpassen, als Gegen- 
stände mit einem unserem Vorstellungsvermögen widerstrebenden 
oder doch schwerer zugänglichen 
h! Contour, und in weiterer Folge 
pä f davon, auch Gegenstände  
g (am  9 WIPklIChGIII Contour sich besser fui 
Q). (   die {lache Darstellung eignen, als 
G] w m   solche InitUinhüllungscontouren 1) 
'17 wie d!    1 
j Q3)! Inzwischen gilt die merkwur- 
"Q Fr a1 Tl 11 a (r N-  
ge iatsacie, ass ie atui 
'43 '25, 49',  in demselben Maße als sie auf der 
'Q' I , Stufenleiter ihrer Geschöpfe em- 
     porschreitet, sich von der Körper- 
(g Q  lichkeit mit ausgesprochen wirk- 
    licheni Contour entfernt und jener 
ans    -  mit bloßem liiinhüllungs-Contour 
  Ü  nähert. Die Bildungen auf den 
  untersten Stufen, in welchen 
   die Natur sozusagen ornamental 
' W t i W      
i ä u," w. i , verfahrt, sind in diesem Sinne 
w" javäg. 92m die rnineralogischen Formen mit 
- m  ihren ausgesprochen geometri- 
Intarsiafüllung aus K10!" Kirche ir. Magd. in sehen und scharfen Contouren des 
Bmshw" m Jahr" Kristalls, selbst die ornamentalen 
Theile des PHanzenthums, also Blatt und Blüthe, weniger die Frucht. 
Sie alle haben noch eine entschieden „wirkliehe" Contourie- 
rung. Zum Unterschiede davon sind die animalischen Formen in 
bloße Umhüllungs-Contouren gekleidet,  und wenn sich auch auf 
verhältnismäßig niederer thierischer Stufe (wie z. B. in der Schuppen- 
1) Die Chinesen beachten diesen Umstand nicht; sie beziehen in ihrer Dar- 
stellung, welche trotz alldem unleugbar den Flachrnustercharakter trägt,  alles 
Körperliche, ohne Rücksicht auf die Contourverhältuisse. Dies ist die Ursache des 
unvollendeten und halbbarbarischen Charakters ihrer Ornamentik.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.