Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749246
Das zweite Princip der Lederdecoration ist das der farbigen 
Wirkung. 
Sieht man von der Färbung des Leders als solcher ab (ob 
gleich auch sie der Stilgrundsätze keineswegs entbehrt, wie manche 
unserer modernen, anilinhältigen Lederfarben des Handels leider in 
negativem Sinne darthun), so ist die farbige Decoration des Leders 
technisch auf das Engste mit der eben geschilderten Bearbeitungs- 
methode der Lederpressung verknüpft. Die einfachste farbige Wir- 
kung ist gewiss diejenige, welche auf den Contrast von hell und 
dunkel basiert ist und also bloß die Abtönung der Grundfarbe zur 
Voraussetzung hat. Gerade diese YVirkung aber tritt direct im 
Gefolge der Lederpressung auf und zwar im sogenannten Blind- 
druck oder der Blindpressung, bei welcher die gepressten Stellen 
der Lederfläche dunkler als die Naturfarbe des Leders erscheinen: 
eine überaus stilfeine (weil unmittelbar aus der lllaterialslaeciiität 
hervorgegangene) Wirkung, Welcher insbesonders das lichte, etwas 
fettige Schweinsleder sich zugänglich erweist. 
 
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Buchdeckeusaum in Ledermosaik, 
nach eigenem Entwurf. 
Ein schon mittelbarerer Effect der farbigen Lederdecoration 
ist das Aufpressen eines Dessins mittels Farbe; es führt uns un- 
mittelbar auf die höhere Kunst der Pressung in Gold, dieser viel- 
leicht schönsten unter allen Decorationsmethoden der Lcdertechnik. 
Das Vergolden geschieht auf trockenem Wege mittels erwärmter 
Werkzeuge und ist entweder sogenannte Press- oder Handver- 
goldung". 
Im ersten Falle benützt man Stanzen, welche auf einmal ab- 
gepresst werden; bei der Handvergoldung hingegen wird die Ver- 
goldung mittels kleiner Handwerkzeuge (sogenannter Spadien, 
Filetten und Stempel), welche einzelne Partien und Linienelemente 
der Zeichnung darstellen, allmählich zusammengesetzt. Dieses Zu- 
sammensetzen erfolgt mit der freien Hand und ist somit gänzlich 
bedungen durch die Geschicklichkeit und den Kunstsinn des Ar- 
beiters,  von welchem übrigens auch das Gelingen der Arbeit
        

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