Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749238
Plastische 
Decoration. 
(Pressen 
und 
Treiben.) 
Obwohl im Wesentlichen beide Methoden der Lederbearbeitung- 
den gleichen Effect anstreben, sind sie dennoch insofern einander. 
entgegengesetzt, als dem Pressen ein maschinelleiwVorgang zugrunde 
liegt, während das Treiben freie Handarbeit ist. Beim Pressen er-- 
hält man das Relief nämlich lediglich durch angemessenen Druck 
auf das Leder mittels eiserner Formen, welche aus zwei Theilen 
bestehen, der Stanze und der den Gegendruck leistenden Matrize; 
beim Treiben dagegen wird entweder der Contour des Reliefs ins 
Leder geschnitten und sodann herausgehoben und unterlegt, oder 
aber das Relief durch Niederschlagen des Grundes mittels eiserner. 
Punzen hervorgebracht; in beiden Fallen jedoch wird das Werkzeug 
mit der Hand geführt. 
 
dem lt 
Lederpressung {aus 
lrhndt 
Das Stilprincip dieser Art von Lederdecoration ergibt sich 
unmittelbar aus dem Gesetze, welches für alle Arten Hacher (oder 
auch flachreliefartiger) Ornamentik das herrschende ist: die Zeichnung 
muss sich größtentheils im Umrisse, der Silhouette aussprechen, 
weil diese vor allem von der Technik beherrscht und bei der, 
Durchführung am wirksamsten gestaltet zu werden vermag. 1) 
Wesentlich und sehr wirksam kann die iVirkung der Silhouette 
unterstützt werden durch ein gleichmäßiges Rauhen oder" Dessi-Ü 
nieren des Grundes, was entweder (bei freier Handarbeit) durch 
Punzierung geschieht oder schon im Stanzengrund vorbereitet 
wird. 
1) Wir werden im nachfolgenden 2. Theile über Textilforxnexx diesen Grund-V 
satz des Flachornaments ausführlich und ganz allgemein begründen, weshalb es hier 
mit der bloßen Anführung, als für den Zweck unserer technischen Betrachtung 
genügend, sein Bewenden haben mag.
        

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