Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749194
Die Kreuzstichmanier scheint zuerst von den Ägyptern geübt 
worden zu sein, fand aber später in ganz Kleinasien Aufnahme, 
wogegen die Plattstickerei die ursprünglich assyrische Praxis gewesen 
ist, welcher erst spitter der Kreuzstich nachfolgte. In Indien und 
China ist noch heute die Plattstickerei vorherrschend. Die allgemeine 
Verbreitung der Stickerei in unseren Tagen und Ländern ist zu 
bekannt, als dass darüber erst berichtet zu werden brauchte;  ist 
diese Kunst doch fast die einzige unter allen textilen Künsten, der 
im häuslichen Kreise unserer Frauen und Mädchen noch ein ehren- 
voller Platz gegönnt ist. 
Naturproducte. 
Das 
thierische 
Fell. 
Für unsere gemessene Darstellung mögen einige WVorte über 
diesen Gegenstand genügen; sie sollen uns zum Schlusse dieses 
Capitels daran erinnern, dass alle unsere Leistungen auf dem Ge- 
biete der technischen Künste ihr Vorbild in der Natur haben, welche 
in einfacher und überzeugender NVeise uns das Concept, den Grund- 
gedanken, liefert zu unsern eigenen stolzen „Sehöpfungen."i 
So ist, um auf den vorliegenden Fall zu kommen, die Haut 
das natürliche und in gar mancher Hinsicht unübertrelfliehe Vorbild 
des 'l'extilproductes. Nicht bloß, dass dies gelten würde in Hinsicht 
ihrer ganzen Erscheinung und ihrer sozusagen äußern Eigenschaften, 
also der Geschmeidigkeit, Glatte, Un(lurchdringlichkeit für Feuchte, 
großen absoluten Festigkeit etc., auch der innere Zusammenhang, 
der natürliche Bau der Haut lasst sie uns von dem gleichen Gesichts- 
punkt aus erscheinen, von welchem wir (siehe Einleittmg dieses 
Capitels) die textilen Producte überhaupt betrachten konnten, 
nämlich als ein im wesentlichen aus gleichen Einheiten zusammen- 
gefügtes Gefüge. 1) Dieser inneren rhythmischen Textur der Haut ent- 
spricht auch auf das vollkommenste ihr natürliches Dekor, d. h. die 
Zeichnung ihrer Oberfläche. Diese ist im allgemeinen nach dreierlei 
Prineipien gestaltet: 
 Die Haut des Menschen besteht aus drei Schichten, einer untersten, dem 
Unterhaut-zellgewvebe, einer mittlern, der Lederhaut, aus Bindegewebe und elastischen 
Fasern bestehend, und einer obersten Schichte, der sogenannten Oberhaut (Epider- 
mis), bestehend aus jiachen Zellen, von denen die untem weich, die obarn trocken 
sind. Die Haare lagern mit ihrer WurzeLin dem sogenannten Haarbalg, welcher in 
der Lederhaut ruht. Der Bau der Haut ist ein durchaustrhythmischer.
        

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