Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749177
Nadel- als auch die Klöppelarbeit. Auch Seide wird verwendet und 
liefert dann die „Blonden". 
Die berühmtesten Spitzen sind die Brabanter oder Brüssler; sie 
werden aus sehr feinem Zwirn (Leinenfaden) häuiigei" genäht als 
geklöppelt. Auch Honiton in England liefert sehr feine geklöppelte 
Spitzen, ebenso Frankreich und Spanien; in Deutschland besonders 
das Erzgebirge? in Österreich Böhmen. 
Gefilze. 
Es steht in Hinsicht seiner Zusaminenfügung in einem ge- 
wissen Gegensatz zum Gewebe; denn während in diesem die 
Fasern in voller Regelmäßigkeit sich anordnen, besteht der Filz 
in einem regellosen Gewirre von Fasern, Welche sich erst in 
der Gesammtheit zu einem gleichmäßigen, flächenartigen Gebilde 
verbinden. 
Die im Filz verwendete Faser ist die Wollenfaser, deren 
schuppige Oberfläche den nothwendigen Zusammenhalt herbeiführt. 
Der Filz war schon den Alten bekannt. So verwendeten die 
Römer zu ihrer Toga einen schweren, {ilzartigen Stoff: ein „ge- 
Walktes" d. h. filzartig verdichtetes Wollengewebe. Gleiche Stoffe 
wurden von ihnen zu Hüten, Sandalen (Fußbekleidungen) und Socken 
benutzt. Ebenso bereiteten die alten Sachsen und Scandinavier fllZ-v 
artiges Wollenzeug. 
Unsere heutige Filzindustrie ist in Hinsieht ihres Einflusses auf 
die Tracht von relativ geringerer Bedeutung. Bloß ein Kleidungs- 
stück, der Hut nämlich, wird in der Regel aus Filz erzeugt. Im 
Übrigen sind es Gegenstände von untergeordneter Wichtigkeit, welche 
aus Filz bereitet werden, so Filtrierbeutel, Sohlen, Hammeriilze (für 
Claviere) u. s. w. 
Dagegen wird ein Theil unserer Tuehzeuge durch einen Process, 
welchen man das nwalken" nennt und der im wesentlichen darin 
besteht, dass man die aus dem YVebestuhl kommende iVare nass 
und warm mit Seife knetet, auf der Oberfiätehe künstlich verfilzt. 
Solche Stoffe nehmen theilweise die Eigenschaft des Filzes, seine 
Dichtigkeit, Geschmeidigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Kälte 
und Nässe an. 
        

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