Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749034
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Diese Verschiedenheit ist zutreffend und für die technische 
Procedur höchst bezeichnend ausgedrückt durch die im 'l'extilfachc 
den beiden Fadensystemen beigelegten Benennungen. 
Man bezeichnet diejenigen Fäden, welche das Gewebe in der 
Richtung seiner Länge durchsetzen, als „Kettenf"äden" (kurz nKette"), 
die darauf senkrechten als nSchussfäden" oder "Einschlagfäden" 
(kurz nSchuss" oder „Einschlag").1) 
Grundgedanke 
des 
YVebeprocesses. 
In beistehendcr Figur stellen die mit 1-13 bezeichneten Linien 
die Kettenfiiden eines Gewebes dar; in der 1nit a bezeichneten 
Linie sehen, wir hingegen den Schussfaden. 
Denken wir uns eine Partie der bei B C längs einer geraden befe- 
stigten Kettenfüden emporgehoben und zwar so, dass sie von D an- 
gefangen gegen ihre ursprüngliche Richtung abweichen, wogegen 
der Rest der Fäden 
in der ursprünglichen 
Richtung fortläuft, so 1 
entsteht rechts von D "  
eine durch die beiden 3 D ß 
  n   
Fadenpartiengebildete ü.  , 
keilformlge Offnung l  9 
(ein Fach") durch f 7lf 7 
71  2 I  i, 
welche der Schussfaden  sie  
a leicht durchgezogen AZZTj-ZIÜTLTÄT-lx"  
, (l 
Wgnlfiläfhäeflfilossärgeiu Schematische Darstellung des Webeprocesses. 
bedient man sich einer einfachen Vorrichtung, des sogenannten YVebe- 
schiffchens, welches zur Führung des Fadenkopfes dient und im 
1) Die Kettenfäden durchsetzen, wie erwähnt, den Stoff seiner ganzen Länge 
nach, vom Anfange bis zum Ende, ohne dabei ihre Richtung zu verändern oder 
zurückzukehren; sie sind aus diesem Grunde in der That Ketten zu vergleichen, 
bestimmt, Theile der textilen Fläche in der Richtung der größten Ausdehnung mit- 
einander zu verbinden. 
Die Schnssfäden (lagegen, welche übrigens bloß als ein einziger Faden gedacht 
werden können, durchsetzen das Gewebe wiederholt seiner Breite nach, am Ende 
jeder Strecke in entgegengesetzter Richtung wieder znriickkehrend. Die Schussfiiden 
verbinden somit verhältnismäßig bloß einen kleinen Theil der Gewebeiläche und 
zwar in der Richtung ihrer Breite. Ihre Bezeichnung leitet sich ganz zutreffend, wie 
wir sogleich sehen werden, aus der manuellen Procedur ab.
        

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