Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748982
Der Ursprung des Fadens, wie ihn die Textilkunst verwendet, 
ist ein vielfacher; das Thierreich, Pflanzenreich und Mineral- 
reich liefern uns das verschiedenste Fadenmaterial, dessen vor- 
züglichste Arten wir im Nachfolgenden anführen: 
1. Thierischen Ursprungs. a) Thierische Haare: Schaf- 
wolle 1) aus dem Haare der verschiedenen Schafarten, ferner Ziegen- 
haar, Kameelhazir, Pferdehaar u. a. m. b) Thierische G espinste: die 
Seide aus dem Gespinste der Seidenraupe und einiger anderer 
Raupenarten. Der rohe Seidenfaden wird von der Seidenraupe durch 
Absonderung eines in besonderen Drüsen erzeugten Flüssigkeitsstoffes 
aus zwei unter dem Munde des Thieres befindlichen Öffnungen ge- 
sponnen und zur Puppe  Coeon  gewickelt. 
2. Pflanzlichen Ursprungs. a) Pflanzenhaar: Die 
Baumwolle, das Samenhaar mehrerer Malvaceenarten, welche in 3 bis 
5 fächerigen Samenkapseln zahlreiche Samen mit langen, weißen 
Samenhaaren tragen, die aus den geplatzten Kapseln hcrvorquellen. 
b) Pflanzenfaser: Leinen (Flachs) aus den getrockneten, 
durch Fäulnis oder Dämpfen und naehheriges Brechen von der 
harten Rindensubstanz befreiten Stengeln der gleichnamigen Pflanzen- 
art. Ferner Chinagras, Jute, Bast (faserige Schicht zwischen Rinde 
und Holz), Stroh, Holz und Papier. 
3. Mineralischen Ursprungs. Der Asbest. Ein faseriges 
aus Kieselsäure, Magnesia, Kalkerde und Eisenoxydul bestehendes 
Mineral. Der sogenannte biegsame Asbest, in Korsika, Piemont und 
Tirol vork01nmend,'lässt sich zu feuerfesten Geweben verarbeiten. 
Künstliche Ifäden. Das Glas. Dieses eignet sich zufolge seiner 
in der Rothglühhitze ihm eigenen sehr großen Dehnbarkeit gleich- 
falls als Gespinstfasermaterial. 
Die Glasfiiden werden zu diesem ZWGCkC auf dem Spinnrade 
bis zum äußersten Grad ihrer Dehnbarkeit ausgezogen und dann 
aufgehaspelt. Messungen haben ergeben, dass so erzeugte Glasfäden, 
selbst die feinste Coconfaser an Feinheit übertreffen, da sie bis zu 
einem Durchmesser von 0'012 bis 0'006 gebracht werden können. 
Sie dienen hauptsächlich zur Herstellung von Schleifen, Federn, 
Schleiern, Netzen u. dgl. 
Das Metall. Da das Metall ähnlich dem Glase die Eigenschaft 
großer Dehnbarkeit hat, lässt es sich wie dieses in fadenförmige 
 Über 
„Gewebe" 
Schafwolle 
und 
die 
siehe 
Gespinste 
wichtigsten 
überdies 
den 
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