Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750638
Schlusswort. 
Steinformen. 
Es, ist über diesen Gegenstand für unsern Zweck nur weniges 
zu sagen und wir wollen dieses wenige zum Schlusse unseres Bu- 
ches anführen. 
Die erste sich uns aufdrängende Frage ist hiebei folgende: 
haben wir den Stein als ein dem Baue ursprünglich eigen- 
thümliehes Material zu betrachten, welches somit bestimmend gewe- 
sen ist für die Urformen der Architektur, oder aber nicht? 
Sehr einleuchtend würde nun a priori die Annahme erscheinen, 
dass der Stein, welcher nicht bloß ein natürliches Product ist, 
sondern sich überdies auf ausgezeichnete Weise zum Bauen eignet, 
von allem Anfang an der Menschheit auch in dieser Eigenschaft 
gedient habe, und dass somit unsere Architekturformen di rect hervor- 
gegangen sind aus den Eigenschaften und "Stilbedingungen" des 
Steines. 
In Wlalirheit aber und erfahrungsinäßig verhält es sich keines- 
wegs so, sondern steht vielmehr außer aller Frage, dass die gesammte 
Architektur ihre Formen zunächst den übrigen technischen Künsten 
entlehnt hat,  in erster Linie der Tektonik, in zweiter Linie der 
Keramik, zuletzt der textilen Kunst.  
Wir haben gelegentlich der Erläuterung aller dieser drei tech- 
nischen Kunstzweige auf diesen Sachverhalt verwiesen, können uns 
also hier darauf berufen;  desgleichen auch auf das im I. Capitel 
des II. Theiles dieses Buches über denselben Gegenstand beige- 
brachte.  
Bei alledem jedoch gibt es ein bauliches Element, welches 
schon vom ersten Anfange seiner künstlerischen Gestaltung an in 
Stein gedacht und auch durchgeführt erscheint: Nämlich der 
Unterbau, die Substruction, deren specifische Motive noch heute
        

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