Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750618
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ist eine uralte Form, welche den Griechen nicht minder bekannt 
war als den alten Germanen. Man unterscheidet zweierlei Arten 
und zwar in doppelter Hinsicht. Entweder nämlich die Trinkhörner 
haben ein Fußgestelle oder sie sind fußlos; dann wiederum: sie 
haben an der Spitze eine Mündung, aus welcher getrunken wurde, 
oder sie haben daselbst keine Mündung. Die letztere Form scheint 
bei den Germanen die übliche gewesen zu sein, während dielüber- 
bildeten Griechen und Römer der spätern Zeit eine gleichsamrniir 
tropfenweise Labung durch die enge Mündung an der Spitze vor- 
gezogen haben;  gleichwohl ist auch die Form mit keiner Mündung 
an der Spitze in der Antike gebräuchlich. 
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Antikes Thränenfläschcheu aus Glas. 
Antiker Thontrichter. 
Antikes 
{Prinkhol-n. 
Tr ic hte r. Für sich allein bestehend von untergeordneter Bedeu- 
tung, ist der Trichter als Gefäßbestandtheil, und zwar als Gefäßhals, 
typisch. (Siehe weiter oben unter nGefäßtheileu.)  Beistehend die Ab- 
bildung eines antiken Thontrichters. 
Sc hö pfgefaße. 1. Der Löffel; er its uralt und entweder Ess- 
Werkzeug oder Cultgefäß, bestimmt, den Weihrauch auf die Pfanne 
zu schütten. 
2. Der Eimer; er wird am zutreffendsten repräsentiert durch die 
ägyptische Situla, deren Schwerpunkt im untersten Theile liegt, wo- 
wollten wir die zahlreichen Formen der Trinkgeschirre alle anführen. Künstlerische 
Fantasie und begeisterte WVeinlaune, natürliches Bedürfnis und rafinierte Genusssucht, 
 sie scheinen sich hier vereinigt zu haben, die Hand des keramischen Künstlers 
zu führen und seine Erfindungskraft zu erhöhen.
        

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