Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750498
gegeben sind.  Wesentlich verschieden von dieser primitiven, dem 
nackten Zweck dienenden Form ist der sogenannte "hohe Stand". 
In ihm tritt der Fuß als ein sozusagen bestimmtes Organ des Gefäßes 
auf, welches, sofern es mit dem Gefäßkörper nicht in fester Ver- 
bindung steht, sogar zu einem in sich völlig abgeschlossenen Organis- 
mus wird. Letzterer Art ist auch der berühmte antike Dreifuß (siehe 
Tektonik), welcher uns als einer der tektonischen Grundtypen in seiner 
ganzen ornamentalen Selbständigkeit schon entgegengetreten ist. 
Mangelt nun auch dem mit dem Gefäße in fester Verbin- 
dung stehenden hohen Stand diese ornamentale Selbständigkeit, so 
haben wir es dafür in 
ß; r  dieser Fußform mit der 
"f eigentlich regelmäßi- 
  gen und bei weitem 
M)   häufigsten zu thun. 
 Sie ist zweifellos 
  hervorgegangen aus 
v"  dem beim griechischen 
    Dreifuß später hinzu- 
  gekommenen und zu- 
 letzt allein übrig ge- 
 bliebenen mittlern 
  Fuß, welcher das 
 Vorbild abgab für eine 
h Anzahl von Fußfor- 
   men, deren entwickelt- 
 x ste und selbständigstc 
   " d im wir in der griechischen 
 Stele 1) und dem Kan- 
Sclzmuckschale, Nach eigenem Entwurf. delaber 2)) deren  
gentlich keramische 
Abart wir dagegen in dem hyperboloidiseh eingezogenen, allgemei- 
nen Gefäßfuß zu erblicken haben. (Siehe die Beispiele in den nach- 
folgenden Illustrationen Seite 186 und beistehendes.) 
Der Hals des Gefäßes. Er ist in seiner Gestaltung aus 
dem Typus des Trichters, d. i. demjenigen Gefäße hervorgegangen, 
welches eine Flüssigkeit überzuleiten bezweckt. Da indessen der 
Hals eines Gefäßes diese Function in doppelter Richtung auszuüben, 
Standsäule, bestimmt Statuetten, Vasen und dgl. 
Gestelle für die antike Lanpb. 
3 
aufzunehmen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.