Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750476
Decoration des Gefäßbauches. Die materielle Seite 
dieses Gegenstandes wurde bereits in dem ersten Theile dieses 
Capitels erläutert und damit naturgemäß die bei weitem haupt- 
sächlichste, worauf hierselbst verwiesen sein mag. Aber auch vom 
rein formellen Standpunkte dürfen wir an schon Gesagtes an- 
knüpfen, indem wir, das Capitel über Eurhythmie ins Gedächtnis 
zurückrufend, daran erinnern, dass es dieses allgemeine ornamentalc 
Grundgesetz ist, welches auch den keramischen Begriff des Zusam- 
menhaltens, Umfassens, Umschließens in bezeichnender "Weise zum 
Ausdruck bringt und symbolisiert. 
Fügen wir noch hinzu, dass 
die unmittelbaren Vorbilder kera-  
mischer Decoration in der Textrie   
zu suchen ist, so ergibt sich uns   
das iVesen jener als ein aus durch-  
weg schon Bekanntem zusam- i? 
mengesetztes. _ 
Die uralte und naive Beklei- 
dungsmanier, nämlich die Ge-  w, 32,571; 
wohnheit, Gerathschaften mit  
Lland- und Blatterschmuek zu ver-  
zieren war es, welche in diesem fäsllxwklgikfokAN .55 
Sinne auch auf die Entwicklung 
des keramischen Decors Einfluss  i" 
genommen, ja ihn zum Theii be- 
dungen hatte. Die an den antiken 
und ursprünglichen Gefäßen über-  
haupt vorkommenden ornamen- ("iechischesgäfälfääxfmgefüß) m 
talen Ausschmückungen sind zu-  
nächst nichts anderes, als solche in Schmelz- und Lackfarben nach- 
gebildete und gleichsam petriticierte Zierate. Einmal in die Formen- 
sprache der Kunst aufgenommen, behalten dann diese Motive ihre 
ursprüngliche Bedeutung bei und kehren conventionell immer 
da wieder, wo unter gleichen oder ähnlichen Voraussetzungen die 
Nothwendigkeit einer Deeoration sich einstellt. 
Charakteristisch verschieden von dieser Decorationsweise ist in- 
zwischen jene Bemalung von Gefäßen, welche, eine Art von Selbst- 
zweck, das Gefäß nur als den geeigneten Ort für ihre eigenen 
Darstellungen benützt. Sie erhebt sich in ihrer Formensprache na- 
turgemäß weit über die conventionell-symbolische Bedeutung jener
        

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