Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750411
177 
Das Tragen: Ein Kunstmotiv, welches in der tektonischen 
Construction zum Ausdrucke gelangt, entweder als Unterstützung 
eines selbst dienenden (des Daches), wie in der baulichen Construc- 
tion, oder im unmittelbaren Dienste der menschlichen Person  im 
Möbel. Siehe das Capitel über das Möbel, insbesondere „das Stütz- 
werk." 
Das Umfassen. Es schließt die Beziehung eines Äußern, Um- 
fassenden, und eines Innern, Umfassten, in sich, wobei das letztere 
die Hauptsache ist, zu welcher das Umfassende im Verhältnis des 
Dienenden und also Untergeordneten steht. Dieses Verhältnis hat 
naturgemäß entweder einen hohen (wirklichen oder ideellen) Wert 
des Gefassten oder aber dessen materielle Ungeeignetheit zu selb- 
ständigem Zusammenhalt oder endlich beides miteinander vereint 
zur Voraussetzung. 
Der erste dieser drei möglichen Fälle trifft beim Schmucke zu, 
wo der wirkliche YVert des gefassten Steines der ausschlaggebende 
Factor ist. Schon ideeller gestaltet sich dagegen das Verhältnis des 
Gefassten zum Passenden, wenn das erstere durch hohen künstle- 
rischen oder gar historischen Wert zur IIautptsache wird, wie 
mitunter bei Sehmuckgegenständen, häufiger bei Bildern oder auch 
Reliquien und ähnlichen, ihres Wertes Wegen "gefassten" Objectenß) 
Materielle Ungeeignetheit zu selbständigem Zusammenhang 
ist endlich das eigentliche Motiv des Umfassens mittels eines Ge- 
fäßes, dessen erster und ursprünglichster Zweck der eines Behält- 
nisses für Flüssigkeit ist; aber nicht der einzige;  vielmehr 
beweist der culturelle Ursprung der bei weitem meisten Gefäße 
deutlich deren ideale Bedeutung neben ihrer praktischen. Jene 
aber kann zunächst nicht anders als in Bezug auf den Inhalt ge- 
dacht werden, z. B. das Weiheopfer, welches der Priester in dem 
rituell vorgeschriebenen Gefäße der Gottheit darbringt. 
Idealer Wert und materielle Nothwendigkeit vereinigen sich 
also gleichmäßig, das vom Gefäße Umfasste zum formbestimmenden 
Motiv der Keramik zu erheben und so deren Typen in ihren Grund- 
zügen zu bestimmen.  
oder 
diesem 
1) Auch das Bild im Rahmän istin 
sollte es doch wenigstens sein. 
ein 
Sinne 
ngefasstes" 
Kleinod, 
Feldegß, 
Grundriss der kunstgewerbl. 
Formenlehre.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.