Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750405
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stündigkeit halber, noch in Kürze der durch Pressen erzeugten 
Glaswaren gedacht. 
Die Methode, deren man sich beim Glaspressen bedient, ist eine 
zweifache: Entweder sie ist unmittelbar hervorgegangen aus dem 
eben geschilderten Process des Blasens und nur eine modificierte, 
dabei aber künstlerisch eingeschränkte Bläiserei, oder sie ist ein 
wirkliches Pressverfahren. In ersterem Falle wird die Glasblase 
innerhalb einer aus zwei sich ergänzenden Hälften bestehenden Hohl- 
form (das Negativ) durch Blasen erweitert und gegen die WVände der- 
selben angepresst. Im zweiten Fall dagegen wird die flüssige Glas- 
masse in die untere IeIälfte einer Form gebracht, deren obere, hinein- 
passende Hälfte hierauf fest aufgepresst wird, wobei die überflüssige 
Masse an den Seiten oder durch besondere Öffnungen abfiießt. Dies 
Verfahren kann jedoch begreiflicherweise nur bei schalenförmigen 
Gefäßen mit weiten Öffnungen oder massiven Gegenständen An- 
Wendung finden; alle Formen dagegen mit tiefer Höhlung und schmaler 
Mündung müssen nach der ersten Methode hergestellt werden. 
Die 
ornamentale 
Form. 
Die 
Grrundfornl 
des 
Gefäßes, 
3,118 
d e m 
Zweck 
ent- 
wickelt. 
Allgemeines. 
Die Zweckidee in den kunstgewerblichen Erzeugnissen lässt 
sich im Allgemeinen auf drei Wurzelformen zurückführen, welchen 
die drei technischen Hauptkünste, wie wir solche in unserem Buche 
vorbringen, ganz von selbst und ungezwungen entsprechen. Diese 
drei Wurzelformen sind: 1. das Umhüllen, Bekleiden, Bedecken; 
2. das Tragen, Emporhalten, Stützen; und 3. das Umfassen, Um- 
schließen, Bewahren. 
Das Bekleiden. YVir wissen, dass es für die Gebilde der 
textilen Kunst in den formalen Motiven der Wand, Fußboden- und 
Deckenverkleidung, wie nicht minder in der Draperie und Gewan- 
dung von bestimmendem Einflusse war. Siehe die Capitel über den 
'l'eppich, die Gewandung, Draperie und Dazugehöriges.
        

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