Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750370
in deren zwei untern das zweite, das sogenannte Garbrennen vor- 
sichgeht. Das in den Kapseln eingeschlossene Geschirr wird in 
diesen Öfen säulenförmig übereinandergestellt, so dass der Boden 
jeder nachfolgenden Kapsel die oben offene untere Kapsel deckt.  
In den liegenden Ofen, in welchen die gemeinen Thonwaren und 
das ordinäre Steinzeug gebrannt werden, ist die Richtung der 
Flammen nicht vertical, sondern horizontal. Die zwischen dem 
Feuerraum und dem Schornstein liegende Geschirrkammer ist von 
dem ersteren durch eine gitterförmige Mauer geschieden, welche 
den Zweck hat, die Flamme, während sie vom F euerraum in die 
Geschirrkammer tritt, gleichmäßig zu vertheilen. 
Ist der Brand beendet (was z. B. beim Porzellan 17-18 Stun- 
den dauert), so erfolgt das A bkühl en der YVare bei geschlossenem 
Ofen, bis zu dessen gänzlicher Erkaltung einige Tage (beim Por- 
zellan 3-4) erforderlich sind. 
Hiemit ist die Thonwarenfabrication in allen Theilen vollendet. 
Die 
Glaswarenfabrication. 
1. Das Schmelzen des Glassatzes. Die oben bereits 
genannten Materialien des Glases, in der Hauptsache kieselsaure 
Salze, werden nebst einigen andern Zusätzen (z. B. Braunstein), 
welche den Zweck haben, das Glas zu reinigen und zu entfärben 
oder auch ihm eine bestimmte Farbe zu ertheilenl), ungefähr 
zum Dritthcil mit Bruchglas (in der Fabrik eingesammelte Glas- 
scherben) eingeschmolzen.  Das Schmelzen geschieht in den soge- 
nannten Glashäfen, konischen, hauben- oder wannenförmigen Behältern 
aus feuerfestem Thon und Chamottemasse, welche vorher geglüht 
und im Innern mit einer strengilüssigen Glasschichte überzogen (nein- 
geglast") werden, die Berührung des geschmolzenen Glassatzes 
mit dem Thon zu vermeiden?) Diese Häfen sind (6-10 an 
der Zahl) in einem Schmelz- oder YVerkofen vereinigt, einem 
stehenden Flammenofen, in welchem der Scbmelzraum oberhalb- 
der Feuerung angebracht ist. Das Schmelzen der Glasmasse er- 
folgt bei einer Temperatur von über 12000 C. Hiebei scheiden 
sich zunächst die unschmelzbaren Bestandtheile auf der Oberfläche 
  In vielen Fällen werden die Glaswaren urch sogenanntes Überfangen 
gefärbt, d. h. die ungefärbte Glasscbichte mit einer dünnen farbigen überzogen. 
i) Theils der Verunreinigung des Glases, theils der Schonung des Hafens wegen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.