Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750294
unter dem Einflusse der Renaissance jener typische und echte kera- 
mische Glasstil, welchem nach das Glas nicht in seiner Eigen- 
schaft als harter Bildstofi, sondern in seiner speciiischen Iloppelnatur 
als schmelzbarliüssiger, dehn-, schweiß-, löthbarer und erhärtungs- 
fähiger Bildstoff Verwendung findet. 
Das venetianische Glas wurde ausschließlich geblasen und 
im halbflüssigen Zustande durch Drehen und Wenden der Pfeife 
mit Hilfe der Pincette plastisch geformt. Dementsprechend nehmen 
die Glasgefäße weiche. runde, geschmeidige, mitunter phantastisch 
geschwungene Formen von unvergleichlicher Anmuth, Zartheit und 
Leichtigkeit an, die vermöge der Freiheit der Erfindung, welche 
diese Technik gewährt, im hohen Maße den Reiz des Originellen 
und Capriziösen haben. 
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Antiker Glaskrug. 
Antike Glasüasche. 
Zur Verzierung der Gefäße bediente sich die venetianische Glas- 
maeherkunst der alten Millefiori- und Filigrantechnik, dieselbe aber 
viel freier und mannigfaltiger verwendend, als selbst die Antike. 1) 
Als ornamentale Grundprincipien dieses Stiles ergeben sich: 
Größte Feinheit (Dünne) des Glases (wie solche eben nur diesem 
Stoffe möglich ist) bei freier, unmittelbarer, (um nicht zu sagen impro- 
visierter) Form. 
1) Im allgemeinen ist die Verwandtschaft zwischen venetianischer und antiker 
Glaskunst unverkennbar. Siehe darüber die beistehenden Beispiele venetianischer 
und antiker Gläser.
        

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