Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750274
Arten 
des 
Glases 
und 
geschichtlicher 
Überblick. 
Die ursprünglichste Verwendung des Glases war die als harter 
Bildstoff, der Stil daher der der plastischen (atomistischen) Kunstweise, 
zweiter Kategorie, der Methode durch Theilabtrennung. Das Glas 
hat, so aufgefasst, sein natürliches Analogon im Edelsteine, und in der 
That scheint die allererste Technik des Glases in der Nachbildung 
der Steinschneidekunst bestanden zu haben. Dies ist umso wahr- 
scheinlicher als die technischen Hilfsmittel dieser Art Glaskunst  
(des Schleifens und Schneidens)  schon, lange vor der Erfindung 
des Glases nicht nur bekannt, sondern auch in Verwendung waren 
und zwar eben im Dienste jenes Vorläufers oder besser Vorbildes 
der ersten Glaskunst: des Edelsteines 1) Außer als harten Bildstoff 
kannte die Antike das Glas auch in gegossenem Zustande. Schon 
die Ägypter gossen Glaskugeln, Amulette, Skarabäen (in Form 
einer in Ägypten heilig gehaltenen Käferart gegossene Amuletts) etc.  
Die Griechen und Römer wiederum verwandten gegossene Glas- 
täflungen zur Verkleidung ihrer Wände und Herstellung von Fenster- 
scheiben. Auch die barbarischen Völker des Alterthums, so die 
Kelten, kannten den Glasguss, wie Überreste verschiedener Schmuck- 
gegexistände, die man in Keltengräbern fand, beweisen. 
Die bei weitem ausgebreitetste und  innerhalb der Antike  
wohl auch stoffangemessenste Verwendung fand das Glas aber in 
seiner Eigenschaft als dehn- und schweißbarer weicher Bildstoff  
als Gespinst,  richtiger in Form einer aus Glasgespinsten zusammen- 
geschmolzenen llIasse, dem Material der Glasxnosaik. Das Verfahren, 
welches die Antike bei Herstellung dieser Mosaiken anwandte, war 
ein zweifaches: 
Das eine bestand darin, dass ein Bündel verschiedenfarbigen 
dünner Glasstabe so nebeneinander gelagert und zusammengeschmolzen 
wurde, dass der Querschnitt ein bestimmtes Muster gab; durch Aus- 
dehnen des Bündels in die Länge konnte der Querschnitt und mit 
ihm das Musterbildchen beliebig wierkleinert werden. Aus solchen 
Bündeln geschnittene Scheibchen wurden dann entweder in Ringe 
und anderen Schmuck gefasst oder in größeren Partien zusammen- 
geknetet. Derartige Conglomerate dienten, mit einer durchsichtigen 
Glasur überzogen, sowohl unmittelbar als Schmuck in Form von 
diese 
bei 
1) Siehe Näheres hierüber 
Daten entnommen sind. 
Semper 
„der 
Stil" 
unter 
Glas, 
WO 
VOII 
11a:
        

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