Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750253
zu Sevres, welche, die Traditionen jener ersten Fabrication fort- 
führend, die durch ihren unnachahmlichen Glanz und ihre lfarben- 
pracht berühmte, unter dem Namen Sevres-Porzellan bekannte, im 
Stile barocke Ware producierte. 
Im Jahre 1804 übernahm Brogniart, der berühmte Keramiker, die 
Leitung der Fabrik; doch ist es zuwenigst seinem EinHusse und zumeist 
dem allgemeinen Zuge der Zeit zuzuschreiben, wenn die antikisierende 
Richtung des sogenannten Empire-Stiles auch hier ihren Eingang 
fand, mit ihren schlechtverstandcnen Nachahmungen ägyptischer, grie- 
chischer und römischer Antiken den früheren Stil verdrängcnd. In 
diese Periode füllt auch die Einführung des harten, echten Porzellans 
(Pcrcelaine dur) an Stelle des bisherigen weichen (Frittem) Porzellans. 
ß) Englisches Frittenporzellan. Dieses besteht in der Masse 
aus Pfeifenthon, Kaolin, Feuerstein und Knochenasche und ist dem 
harten Porzellan verwandter als das französische Frittenporzellan. 
Seine Erfindung scheint älter zu sein, als die des letzteren, da 
schon 1745 in Chelsea (England) eine Fabrik bestand, welche diese 
Paste erzeugte. 
III. 
Glasuren. 
Der Umstand, dass die allermeisten Thonwaren (die Porzellan- 
arten und das Steinzeug ausgenommen) Flüssigkeiten durchlassen, 
d. h. porös sind, macht es nothwendig, sie mit einer dichten, für 
Flüssigkeit undurchdringlichen Glasur zu überziehen. Die Glasuren 
sind mehr oder minder leicht schmelzbarc Flüsse, welche, in geschmol- 
zenem Zustande aufgetragen, in dünner Schichte die Oberfläche der 
'l'hongefäße überziehen. Sie haben im übrigen noch den Zweck, der 
Oberfläche der Thongefäße, welche ohne alle Ausnahme rauh ist, jene 
Glätte und jenen Glanz zu verleihen, welche geeignet sind die farbige 
Wirkung der Waare in ihrer Brillanz und Leuchtkraft zu erhöhen. 
Das Glasieren der Thonwaren ist ein uraltes Verfahren und 
wahrscheinlich noch älter als das Brennen, welches nach Sempers 
Meinung zunächst nur den Zweck gehabt haben mochte, die Glasur 
auf der Thonware zu befestigen. 
Gegenwärtig kennt man in der Töpferei folgende vier Arten 
Glasuren:  
1. Erdglasuren: Durchsichtige Gläser aus Kieselerde, Thonerde 
und Alkalien. Sie sind schwerflüssig und erst bei einer Temperatur 
schmelzbar, bei welcher auch die Thonmasse des Gefäßes weich zu 
werden beginnt. Hieher gehört die Glasur des harten Porzellans. 
Feld egg, Grundriss der kunstgewerhl. Formenlehre. 11
        

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