Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750231
Masse, in dieser Zusammensetzung gebrannt, überdies porös würde, 
wird der Zusatz des dritten genannten Bestandtheiles nothwendig, 
Wodurch nicht nur die Plasticität wieder hergestellt wird, sondern 
auch die Poren zugeschmolzen werden. 
Der Ursprung des Porzellans ist dunkel und die Ansichten über 
das Alter seiner Erfindung sind schwankend. Höchst wahrscheinlich 
sind die Chinesen die Erfinder desselben und war sein ursprüng- 
lichster Zweck der eines Surrogates für einen viel edleren Stoff  
eine fossile Steinart (englisch Jade genannt), aus welcher überaus 
wertvolle, reich mit Gold und Edelsteinen verzierte Gefäße verfertigt 
wurden. (Das Londoner Kensington Museum besitzt deren mehrere.) 
Der Stil der alten chinesischen Porzellanwaren  welche übrigens 
Altdeutsche Steinzeugkrüge. 
in China heute ebenso selten geworden sind wie bei uns  ist 
auch gänzlich diesem ursprünglichen Zwecke des Porzellans an- 
gepasst, also "keramischer Steinstil,"  seine Formen sind mehr 
geschliffen oder geschnitten als modelliert, die Decoration wenig 
plastisch, höchstens Hach vertieft oder schwach erhaben gemustert 
und in der Farbe von einem herrlichen, seegrünen Lecalton, 
welcher das charakteristische Merkmal jener edlen Steine gewesen 
sein muss. Später änderte sich der chinesische Porzellanstil dahin, 
dass seine Formen sich reicher plastisch gestalteten und die Glie- 
derungen der Gefäße, wie Henkel, Deckel, Füße nicht mehr wie 
bei jenen wenig plastischen Steinstilgefäßen der früheren Periode in 
Metall oder Holz gebildet, sondern nunmehr auch aus Porzellanmasse 
hergestellt wurden. Fast alle heute in den Handel kommenden 
chinesischen Porzellanwaren gehören diesem Stile an.
        

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