Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750189
halten außerdem Eisen- und Manganoxyd, Hydrate, Kalk, Magnesia, 
und einen Zusatz verwester organischer Substanzen. Aus eisenfreien 
Gesteinen, wie z. B. Granite, Porphire, Trachyte, entsteht eine oft sehr 
reine kieselsaure Thonerde, die sogenannte Porcellanerde (Kaolin). 
Sie ist wenig plastisch, weiß und unschmelzbar. Mit dem Kalk-, 
Eisen-, und Mangangehalt werden die Thone schrnelzbar und er- 
scheinen gefärbt. Am schwersten schmelzbar ist der eisenfreie Pfeifen- 
thon, am leichtesten der Lehm, zwischen beiden steht der Töpfer- 
thon. Alle Thone sind im feuchten Zustande mehr oder weniger 
plastisch, von fettigem Anfühlen, absorbieren im trockenen Zustande 
begierig WVasser, Salzlösungen, Fette und Gase, ziehen sich beim 
'l'rocknen stark zusammen, schwinden, erhärten und entfäirben sich 
beim Erhitzen. 
Thonarten 
und 
geschichtlicher 
Überblick. 
1. Terracotta. Sie besteht aus mehr oder minder vollständig 
gebrannter Thonerde und ist das Material der ältesten keltischen, 
germanischen, hetrurischen, t_y'rrl1ennischen, wie überhaupt indogerma- 
nischen Keramik. Diese in der Farbe braun-grauen oder schwärz- 
lichen Terraeottawaren wurden entweder bemalt oder mit flachen 
plastischen Verzierungen, wie solche der primitiven Stufe jener Zeit 
entsprachen, geschmückt  aber niemals glasiert. Die Malerei war 
entweder ein einfacher Anstrich oder auf einem weißen Pfeifenthon- 
überzug aufgetragen, welches Verfahren in der altägyptischen Praxis 
geübt wurde. Die Methode dieser ältesten Töpferei war durchweg 
die plastische. (Siehe darüber weiter unten, unter „Processe.") In 
sehr hart gebranntem Zustande wurde die Terracotta als Material 
der frühesten hellenischen Töpferei benützt, deren Waren, obgleich 
schon Erzeugnisse der Töpferscheibe (siehe diese), doch noch die 
Spuren der früheren plastischen Methode an sich tragen. Glasuren 
fehlen an den ältesten hellenisehen Gefäßen gänzlich; an ihrer Stelle 
Endet sich schwarz" und roth gemaltes Lineament. Später kommt 
die Glasur (siehe unter "Glasur" weiter unten) hinzu  doch ist 
sie noch sehr matt, bräunlich-schwarz und ungleich. 
2. Töpferthon. Die Einführung der Töpferscheibe und Glasur 
macht in der griechischen Keramik bald eine Verfeinerung der 
keramischen Masse nothwendigß)  
die 
1) Bemerkenswert ist, dass in die Zeit der Eründung der Töpferscheibe auch 
der Drehbank fällt. Wie erstere in der Keramik, so bewirkt diese auf dem
        

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