Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-750067
In der That ist hiermit der erste ornamental-structive Grund- 
satz für die Stütze gegeben, in Betreff welcher es sich im Weitem 
bloß noch darum handeln kann, bis zu welchem Grade die solcherart 
gleichsam nach unten endigende Stütze von der Unterlage structiv un- 
abhängig ist und bis zu welchem Grade daher auch die Mobilität, die 
Beweglichkeit, des einzelnen Möbels veranschaulicht werden darf. 
Allerdings nämlich wird die Mobilität nicht für alle Möbel die- 
selbe scin, weshalb denn auch da, wo sie geringer ist, die Stütze mit 
der Standtläche in einer solidern Berührung stehen soll, wogegen 
da, wo sie größer ist, diese Berührung eine losere zu sein hat.  
Wir können in diesem Sinne mit 
  vollem Rechte einen principiellen 
  Unterschied zwischen Möbeln von 
  größerer und solchen von gerin- 
 gerer Mobilität machen und jene 
1m erstern als eigentliche Möbel, diese 
  als Halbmöbel bezeichnen, ein 
'   ä;j9 Unterschied, auf welchen sogleich 
 x  zurückzukommen sein wird. 
   Je beweglicher ein Möbel ist, 
i   desto kräftiger soll in seinen Stü- 
  tzen die Richtungsbeziehung vom 
g XÄ,  Getragenen (dem Möbelhaupttheil) 
  zur Standlläche hervortreten. Dies 
  wird nun in einer verstärkten Ab- 
   nahme des Querschnitts der Stütze 
 (Verjüngung desselben) von oben 
i "7 nach unten sich am deutlichsten 
"Ga'de'me"ble u SH Ludwig XIV" aussprechen und zwar aus zweier- 
lei Gründen; zuvörderst deshalb, weil dadurch die Verbindung zwi- 
schen der Stütze und dem Möbel verstärkt erscheint und des Idernern 
deshalb, weil die an den Fußenden des Möbels sich einstellende, der 
Verschiebung hinderliche Reibung verringert wird, sobald die Be- 
rührungsflächen an denselben kleiner werden. 
Der in so mancher Hinsicht mustergiltige Möbelstil des Spät- 
Rococo (Zeitalter Ludwig des XVI.) hat auch hier das Richtige 
getroffen und dem Gestelle des eigentlichen Möbels (zumal des 
Sessels) zu dem hinsichtlich seiner ornamental-structiven Bedeutung 
einzig richtigen Ausdruck verholfen. Anders verhält es sich, wie 
gesagt, bei Möbeln, welche, größer in ihren Dimensionen und mas-
        

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