Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749976
auf der Oberfläche des Fußbodens ausgebreitete Decke, die aufstei- 
gende Feuchtigkeit und Kühle der Erde abzuhalten, ist in diesem Sinne 
als die Urform des Lagers anzusehen. Mit dem gesteigerten Bequem- 
lichkeitsbedürfnisse erst kommen dann der Reihe nach noch einige 
andere Merkmale hinzu  bestimmt, den dem Lager wesentlichen 
Zweck, der menschlichen Ruhe zu dienen, zu verstärken; zunächst 
das Kopfkissen, mit dem ausgesprochenen, physiologischen Zweck, 
das Überströmen des Blutes aus dem menschlichen Gehirn gegen den 
Körper zu, wie es im Schlafe stattfindet, zu fördern; zudem über- 
dies mit der offenbaren Bestimmung, ein allzustarkes Zurückfallen 
des Kopfes withrendudes Liegens und dessen ungünstige Folgen für 
Gesundheit und Bequemlichkeit in einer den menschlichen Körper- 
verhältnissen (Ansatz des Kopfes am Rumpf) und seiner Art zu liegen 
angemessenen Weise zu verhindern. 
Erst das Kopfkissen verleiht dem Lager den Ausdruck jener hö- 
hern Bestimmung, welcher dasselbe als ein m e nschlichen Zwecken 
gewidmetes Geräthe um! 
kennzeichnet. Die ohne i  
Kopfstütze glatt ausge- Laieaaaaaa:sseaasassaassaaaaaeasaaa:aaäiääißii"? 
breitete Decke kann "die- älä 
sen Rang noch nicht be-  
anspruchen. ß  
Die Erhöhung 6„ o0 
über dem Fußboden. H 9 
Zweifellos geht sie Hand  
in Hand mit der eben ge-  
schilderten Veiwollkomiii- Griechisches Bett" 
nung der einfachen Lagerdecke und entspricht vielleicht dem Bedürf- 
nisse, den menschlichen Körper während des Schlafes innerhalb seiner, 
vor klimatischen und atmosphärischen Einflüssen noch nicht gänz- 
lich geschützten Urhütte den schädlichen Einwirkungen des Bodens 
möglichst zu entrücken; überdies wohl auch der Absicht, dem Ruhe- 
bedürftigen sich bequemer darzubieten.  
Doch muss diesbezüglich bemerkt werden, dass wir hier einem 
gewissen Gegensatz im Möbelbau begegnen, wie er als trennender 
Unterschied zwischen orientalischem und abendländischem Gebrauche 
scharf sich markiert; nämlich in der Verschiedenheit der Höhe 
der das Möbel tragenden Stützen. 
Sowenig uns nun auch in Bezug auf die Idee des Lagers die 
Erhöhung desselben über dem Erdboden von Belang erscheinen
        

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