Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749921
dung, so werden sich einige aus technischen Gründen nothwendige 
respective Einschränkungen bei Verwendung der einen oder der andern 
Art ergeben, welche zuletzt auch wiederum nicht ohne Einfluss sind 
auf die Ornamentik und den Stil des Eisengitters. Dannach erscheint: 
1. Die Schweißung: zulässig bei allen Querschnittsarten; 
2. Der Ringverband: ebenfalls; 
3. Die Überplattun g: zulässig beim Quadrat- und Flacheiscn 
(Eisen mit länglich-rechteckigem Querschnitt), bei letzterem natürlich 
nach der hohen Kante; unzulässig hingegen beim Rundeisen, wegen 
allzu großer Schwächung der überplatteten Stellen. Die alten Meister 
haben deshalb diesen Verband beim Rundeisen niemals gemacht, die 
modernen dagegen verwenden ihn wegen seiner constructiven Ein- 
fachheit gegenüber dem (hier allein correcten) Augverband, freilich 
nicht zum Vortheil der Sache. 
4. Der Augverband: zulässig beim Rund- und Quadrateisen, 
jedoch nicht beim Flacheisen, da seine einzig mögliche Verwendung 
(Durchsteckung senkrecht auf die Flüche des einen Stabes) eine 
verwechselte Lage der beiden Flachcisen gegenüber dem Auge und 
somit der Fläche des Gitters herbeiführte. 
5. Die Nietung: zulässig beim Quadrat- und Flacheisen; nicht. 
rathsam, wicwolil möglich, beim Rundeisen, wegen der Tendenz 
runder Stäbe, an einander abzugleiten und den Bolzen an der gemein- 
samen Stelle zu brechen. 
Indem wir hiemit die Auseinandersetzungen über die technischen 
Hilfsmittel des Schmiedeeisengitters, sowie deren stilgerechte 
Verwertung beschließen, erübrigt es nur noch, jene Momente in Kürze 
hervorzuheben, Welche als das Resultat aller constructiven und 
ornamentalen Forderungen ein correct durchgeführtes Gitter charak- 
terisieren. 
Wir können diese Momente füglich trennen in solche allge- 
mein-formeller Natur und in materiell-constructive. 
Die Erstem: das Lineament des Gitters soll die ganze Fläche 
gleichmäßig ausfüllen; nirgends soll Häufung, nirgends Leere eintreten. 
(Diese Forderung ist ein Gebot des Fläehenornaments überhaupt 
und als solches ganz allgemein giltig.) Auch die Verbände, als. 
wirksame Cäsuren und Ruhepunkte des Linienwerkes, müssen gleich- 
mäßig vertheilt sein, wie übrigens auch constructive Gründe dies 
fordern. 
des 
Flächen sind 
Ornaments in 
zu vermeiden, eben 
Schmiedeeisen linear 
Weil der 
ist. Erst 
Grundcharaktel" 
die Verfallszeit
        

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