Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749916
127 
Dorns bewirkt. Ein ähnlicher, aber gleichfalls schlechter Ersatz 
für den Augverband ist der Verband, bei welchem ein loser, aus 
dem Kern des einen Stabes ausgeschnittener Bügel die Durehlareu- 
zungsstelle an der offenen Seite abschließt. Diese beiden Verbände 
kommen an den Werken alter Meister nicht vor, sondern sind neuen 
Datums und in der modernen Sehmiedeeisengitterkunst sehr beliebt.) 
Die Ni etun g. Beide Stäbe sind an der Berührungsstelle durch- 
bohrt; in die Bohröffnung ist ein mit einem Kopf versehener Bolzen 
eingeschoben. Das Ende des Bolzens wird nach erfolgter Durch- 
steckung plattgeschlagen, um das Herausrutschen des Bolzens zu 
verhindern. Dieser Verband setzt, wenn beide Stäbe in der Ebene des 
Gitters liegen sollen, tangentiale Berührung derselben voraus. 
i 
  .4, 2-. 
 llnuuuvnnumliänwß   
 K 1  1,;  
E 
i 
 k, 
Sclxlniedeiserner Vvandleuchter. Sammlung Hasselmanns. 
Die Nietung ist ein uraltes Motiv der Metallotechnik; viele noch 
erhaltene Stücke assyriseher Metallarbeiten geben Zeugnis von der 
Benützung dieses technischen Hilfsmittels, wie nicht minder seiner 
ornamentalen Anwendung. 1)  In dieser erscheint die Nietung als 
die in das liletallotechnische übersetzte Naht, mit welcher sie den 
ganz gleichen ornamental-structiven Gedanken vertritt: Nämlich das 
Zusammenhalten zweier getrennter; Theile längs der berührenden, 
respective übereinandergelegten Ränder. (Siehe über die Naht im 
Capitel über ntextile Formen") 
Bringen wir nun die angeführten verschiedenen Verbandarten 
mit den verschiedenen Querschnittsarten des Eisenstabes in Verbin- 
1) Um einem möglichen Irrthum vorzubeugen, muss ich erwähnen, dass es sich bei 
diesen Überresten um Metallbleche als Verkleidung handelt, nicht etwa um Gitterwerk.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.