Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749903
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dete; er verleiht ihnen durch den Umstand, dass er bloß Tangierun- 
gen und keine Durchdringungen gestattet, im Verein mit der Art 
des Stabquerschnittes (Quadratform) und der Spiralform (Parallel- 
spirale) ihren specifischen Charakter. 
Die spätem gothischen Formen erst weisen ein häufigeres Durch. 
dringen der Stäbe auf und zwar, dem noch immer quadratischen 
Querschnitt des Stabes angemessen, meist nach Art der Überplat- 
tung, ein Verband, welcher gänzlich analog dem bekannten Holz- 
verband zu denken ist. 
Erst mit der Einführung des Rundeisens,  welches, wie schon 
erwähnt, einen ganz neuen Aufschwung des Gitterschmiedens bringt  
also mit dem verhältnismäßig etwas späten Eintritt der Renaissance 
in diese Kunst (Anfang des 16. Jahrhunderts) stellt sich auch die 
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Schmiedeisen-Motiv eines Balkons in Wien. 
"Nothwendigkeit eines neuen Verbandes ein; es ist der sogenannte 
Augverban d, d. h. die Lochung und Durchsteckung, welcher Ver- 
band nicht bloß sich kreuzende Stäbe gestattet, sondern sie geradezu 
voraussetzt. Von welcher Wichtigkeit dieser Umstand für das 
Lineament des Gitterwerks nothwendig sein muss, leuchtet sofort ein, 
wenn man bedenkt, dass er dasselbe von der Monotonie fortwäh- 
render Tangierungen befreit, und dies bei völlig solider Construo- 
tion. (In diesem Sinne ist ein sehr schlechtes Surrogat für den Aug- 
verband der sogenannte Dornverband, bei welchem an Stelle der 
Durohlochung bloß ein Dorn aufgespähnt Wird, bestimmt den kreu- 
zenden und an dieser Stelle eingelegten, also nicht durchgesteckten, 
Stab zu umfassen, was man durch nachträgliches Zuhämmern des
        

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