Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749890
ist dieser wichtiger und von größerem Einflusse auf die ornamentale 
Gestaltung des Gitters, als es vielleicht von vornherein den Anschein 
hat. Vom Querschnitt des Stabes hängt nämlich die Art des Ver- 
bandes in sehr einschneidender WVeise ab, von dieser aber unmittel- 
bar die Linienführung und somit der ornamentale Charakter des 
schmiedeisernen Gitterwerks. Ich werde bei Besprechung der Ver- 
bände sogleich näher darauf eingehen; inzwischen genüge der Hin- 
weis auf die Thatsache, dass mit der Einführung des Rundeisens 
(Stab mit rundem Querschnitt) im 16. Jahrhundert sich ein ganz 
neuer Aufschwung und Stil in der Kunst des Schmiedeisengitters 
einstellte,  ein neuerlicher Beweis für die Abhängigkeit des Stils 
von gewissen technischen und Nlaterialfragen. 
Verbände. Der einfachste und sozusagen materialangemes- 
sendste  weil materialspeciiischste  Verband zweier Stäbe ist der 
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Schmiedeisernes G 
dem Gonsianzef Münster. 
durch Schweißung. 1) Das Zusamxnenstoßen der Stäbe erfolgt dabei 
in tangentialer Richtung und die beiden Linienzüge übergehen an der 
geschweißten Stelle in einen einzigen, gemeinsamen. 
Der Ringverband. Zwei an einer Stelle sich berührende  
nicht sich kreuzende  Stäbe werden von einem festanschließenden 
Ring umfasst. Dieser Verband ist nebst der Schweißung der bei den 
Gittern der romanischen Periode beliebte, ja ausschließlich verwen- 
 Die Wahrnehmung, dass Eisenstüc-ke in weißglühenmlem Zustande durch 
Hämmern sich unlöslich zu einem einzigen, homogenen Stücke mit einander 
verbinden, sowie deren technische Verwertung ist uralt und zweifellos vorgeschicht- 
lichen Ursprungs, obgleich von den alten Schriftstellern dem Glaukos von Chios 
zugeschrieben.
        

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