Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748658
Abtheilung. 
Allgemeine 
ornamentale 
Grundgesetze. 
Einleitung. 
Das Ausschmüeken und Verzieren jedweden menschlichen Erzeug- 
nisses, gleichgiltig, welchem Zwecke dasselbe dient, scheint auf einem 
natürlichen Bedürfnisse, einer Art ursprünglichen Na turtrieb es zu 
beruhen, denn wir finden Zierrate an den primitiven Producten 
ganz roher Naturvölker, welchen die Absicht, als Ausschmückung 
zu dienen, ganz unverkennbar in dem gleichen lllaße zugrunde 
liegt, als den vollendeten Werken einer hoch entwickelten Zeit. 
DemWesen nach ist hier wie dort der gleiche Drang zu erkennen, 
so verschieden auch die Mittel sein mögen, durch welche jene Zier- 
rate zu Stande gebracht worden sind, so verschieden auch der 
Geschmack und die Bildung des jeweiligen Erzeugers waren. 
 Alle zum Zwecke des Ausschmückens menschlicher Gebrauchs- 
gegenstände erdachten Formen haben wir  im weitesten Sinne 
des Wortes  als ornamentale Formen zu betrachten, wobei es 
zunächst gleichgiltig ist, ob der Gebrauch ein rein praktischer oder 
cultureller und den religiösen Sitten eines Volkes entlehnter ist. Die 
XVohnhütte mit all' dem mannigfaltigen Hausrath, der sie erfüllt, 
wie nicht minder der der Gottheit geweihte Tempel mit seinem zur 
Cultübung bestimmten Geräthe, sind in diesem Sinne gleichberech- 
tigte Trager ornamentaler Formen. 
WViel groß nun auch hiernach die Mannigfaltigkeit ornamentaler 
Gebilde, wie unendlich reich auch die Formensprache sein mag, 
welcher sich diese Gebilde bedienen,  so sind es doch nur drei 
allgemein giltige Gesetze, welche der ornamentalen Kunst tmabbängig 
von einem bestimmten Stile zugrunde liegen. Es sind dies die Gesetze 
der Eurhythmie, der Symmetrie und der Proportion. 
Fel degg, Grundriss der knnstgewerbl. Formenlehre.  1
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.