Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749811
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homogen ist;  nur kommt beim Holzmöbel die Füllung als ein 
Hauptbestandtheil hinzu, während sie aus den eben angeführten 
Gründen dem metallischen Möbel fremd ist. 1) 
Die 
ornamentale 
Form. 
onik 
Tekt 
in 
Metall. 
Allgemeines. 
Die technischen Materialien verfolgen hinsichtlich ihrer natür- 
lichen Gestaltungsftihigkeit zweierlei Prineipien, welchen beiden je eine 
gewisse Grundform entspricht.  Erstes Gestaltungsprineip. 
Seine materielle Voraussetzung ist: Weichheit, Biegsamkeit, also gänz- 
licher Mangel an innerer, eigener Gestaltungsfzthigkeit. Hieher 
gehören die unter dem Gattungsnamen der textilen Producte zusam- 
menzufassenden lllaterialien. Sie sind in ihrem "plastischen" Ver- 
mögen, in ihrem Bestreben, Gestalt anzunehmen, fast gänzlich ab- 
hängig von äußeren Kräften und finden ihren angemessenen, natür- 
lichen Ausdruck im freien Faltenwurf. (Siehe darüber die Stelle 
über den Faltenwurf.) 
Zweites Gestaltungsprincip. Die Resistenz des Stoffes, die 
selbständige Gestaltungsfähigkeit, überwindet vollständig die äußeren 
Kräfte. Das plastische Vermögen ist allein abhängig von den Ge- 
setzen der innern Kräfte. Die Natur dieser Materialien führt zu 
absoluter Starrlieit, Unbiegsamlaeit, Härte. 
YVie überall, so sind auch hier die Gegensätze durch einen Über- 
gang vermittelt. Es gibt nämlich Materialien, welche in ihrem natür- 
lichen Gestaltungsprincipe sowohl abhängig sind  bis zu einem 
gewissen Grade  von den inneren Gesetzen, als auch zugleich von 
dem Einflusse der äußeren Kräfte. Ihre physikalische Natur äußert 
sich als Elastieitäit, in welcher innere und äußere Kraft einander 
gleichsam die Balance halten. 
 Als ein Möbel in Metall  und zwar als den Typus eines solchen  können 
wir den berühmten antiken Dreifuß auffassen, dessen aus Stützwerk und Rahrne (dem 
zur Aufnahme des Gefäßes bestimmten obersten Metallreif, dem Kranz, Stephane) zu- 
sammengefügtes System auf classische YVeise die Verbindung des tektonischen Grund- 
gedankens mit den Forderungen des Metallstiles zum Ausdruck bringt.
        

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