Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749773
Wir können diese Erläuterung der tektonischen Verbindungen 
nicht abschließen, ohne in Kürze noch derjenigen Verbindungsmethoden 
zu gedenken, welche (ohne construc- 
  tive Zuhilfenahme) die Verbindung 
auf physikalisch-chemischem Wege 
 ; bewirken, wie solcher in der Natur 
  der tektonischen Materialien vorge- 
 "  zeichnet ist.  YVir wollen auch hier 
  eine Unterscheidung in der Methode 
Feder und Nuth. der Verbindung nach dem gleichen 
Gesichtspunkte wie bisher treffen, wo- 
nach es uns darauf ankam, ob die Verbindung zweier Theile mit 
Hilfe eines dritten, vermittelnden, oder ohne einen solchen stattfand. 
Verbindung 
mit 
Hilfe 
eines 
Bindemittels. 
Aus dem Metallotechnischen ist hier die Verbindung durch 
Löthung anzuführen. 
Die Löthung, ein schon den Alten bekanntes Verfahren, besteht 
darin, dass zwei Metallstücke mit Hilfe einer leicht schmelzbaren 
Legierung oder auch reinen Metalls, des sogenannten Lothes, ver- 
bunden werden.  Das Loth muss stets leichter schmelzbar sein, 
als die zu löthenden Metalle und im abgekühlten Zustande an den 
Löthstellen fest haften, was durch sorgfältige Reinigung der zu löthen- 
den Stellen (entweder auf UJEClHLIIiSClIGID WVege oder durch ätzende 
Säuren) vor dem Löthen und schützende Stoffe (wie Talg, C010- 
phonium u. s. w.) während des Löthens unterstützt wird. 
Der dem Löthen analoge Process in der Heiztechnik ist das 
Leimen mit Hilfe des sogenannten Thierleimes. 
Derselbe wird durch Kochen von Ilautabfätllen, F lechsen, Gre- 
därmen etc. mit WVasser und nachherigem Durchseihen der Lösung 
bereitet.  Im Hüssigen Zustande aufgetragen und nachher einge- 
trocknet, ist der Leim ein fester Bindestoff des Holzes und unent- 
behrliches Hilfsmittel der Tischlerei, deren Stil er sogar bis zu einem 
gewissen Grade dadurch beeinilusst, dass er einerseits die Verkleidung 
des Gerüstes durch dünne Holzlagen (Fournituren und Intarsien) 
ermöglicht, andererseits aber auch ein von der sichtbaren Holzver- 
bindung, der eigentlichen Constructiomlyqfseliieldfenes System der 
Holzverbindung begünstigt. I,  
Feld egg, Grundriss der liunstgewerbl. FormenlehreÄh-r 8
        

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