Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749660
beleben, vermögen an diesem Gesammtcharakter der Geradlinigkeit 
wenig zu ändern, ja, indem sie der Hauptform sich unterzuordnen 
gezwungen sind, unterstützen sie dieselbe noch in ihrer linearen. 
Wirkung. 
Wie anders liegen die Verhältnisse dagegen in dieser Hinsicht 
beim Metall! Die ornamentale Form ist hier im natürlichen Zustande 
ganz und gar nicht vorgebildet, muss vielmehr erst durch weitläußge- 
und kühne technische Processe dem Metalle förmlich aufgenöthigt 
werden; ein Nachtheil, Welcher nur aufgewogen wird durch die groß- 
artig ApTransformabilitat des Metalls. 
ln welcher Weise diese letztere nun die Grundlage der formellen 
Gestaltung des Metalles abzugeben im Stande ist wurde vom rein 
technischen Standpunkt bereits oben dargelegt und wird in seinen 
Consequenzen für das Ornamentale weiter unten noch Gegenstand 
unserer Untersuchungen sein,  Hier genüge es zunächst und vor 
allem festzustellen, dass das Metall nicht durch die Schranken eines. 
natürlichen Wachsthums in seiner ornamentalen Form Vorherbe- 
stimmt wird und somit alle materiellen Vorbedingungen seines Stiles 
bloß in denjenigen inneren Eigenschaften zu suchen sind, als deren 
wichtigste wir seine mit Elasticität und Geschmeidigkeit verbundene 
speciiische Härte bezeichnet habenß) 
Kehren wir nun zurück zu unserem speciellen Thema, dem 
Holze. 
Weitere technische Eigenschaften des Holzes als. 
Grundla e seiner ornamentalen Form. 
Seineg Festigkeit. Sämmtliche Formen des Holzstiles sind 
von den Eigenschaften des Holzes auf zweifache YVeise bedungen. 
 Erstens im positiven Sinne durch gewisse Vorzüge des Holzes, 
dann aber auch im negativen Sinne durch die allgemeinen Mängel 
dieses Materiales, welche nicht minder als dic ersteren dem Holz- 
stile Veranlassung geben, sich auf ganz bestimmte, nlnaterialgerechte" 
WVeise zu kennzeichnen. 
Zu den ersteren, den positiven Eigenschaften des Holzes, ist vor 
allem seine vielfache Festigkeit zu zählen, zunächst seine relative, 
gegen das Zerbrechen gerichtete Festigkeit.  Sie wird in den im 
großen Maßstabe gehaltenen:Constructionen, also tleuHolzbaiiten, in 
entsprechender Weise in den weiten Ausladungen und Uberkragungen 
der Dachbalken, Balkons u. s. w. ausgenützt,  welche deshalb ein 
Das 
unter: 
siehe 
weitere 
Schmiedeeisenornament." 
„ Das
        

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