Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749644
Griechen zur Zeit der trojanischen Kriege, endlich auch äie 
Römer, deren bauliche Anlagen übrigens ohne Zuhilfenahme einer 
hochentwickelten Eisenconstruction gar nicht durchführbar ge- 
wesen wäre. 
Die ersten Jahrhunderte nach Chr. gehen dann infolge der 
gewaltigen Völker-Verschiebungen dieser Zeit auch für die Eisen- 
industrie wie für die meisten Industrien verloren. 
Erst um 700 n. Chr. erblühte dieselbe wieder und zwar in 
Steiermark, von wo sie später über Böhmen, Sachsen, Thüringen 
und den Harz ihren Weg nach dem westlichen Deutschland und 
von hier nach Frankreich und Spanien nahm.  Im 12. Jahr- 
hundert entfalteten sich sodann die niederländischen Eisenwerke 
und im 15. Jahrhundert endlich kehrt die Eisenindustrie auch in 
Schweden und England ein.  Heute steht England in der Eisen- 
production obenan, von Frankreich und Nordamerika gefolgt, welchen 
sich in absteigender Reihe Deutschland, Belgien, Österreich und 
Russland anreihen.  
Das 
Holz. 
Unter Holz versteht man im technischen Sinne die Hauptmasse 
der Stämme, Äste und Wurzeln der Bäume und Stritucher, bestehend 
aus dem Mark und den von der Rinde umschlossenen Holzringen 
(Jahresringen), von welchen die äußeren den sogenannten Splint, die 
inneren, durch Harte und Dauerhaftigkeit ausgezeichneten, das Kern- 
holz geben. 
Die Masse des Holzes besteht aus Zellengewebe, dessen Haute, 
durch Lignin verdickt, die speciüsche Härte des Holzes und seine 
relative Schwere bedingen.  Die erstere Eigenschaft ist es nun, 
welche in Gestalt der verschiedenen Festigkeitsarten dem Holze 
seine vorzügliche Eignung als tektonisches Material sichert.  Ich 
sagte, seine specifische Härte, denn etwas anderes ist die Harte des 
Holzes und die Härte des in tektonischer Hinsicht dem Holze ver- 
wandten Metalles.  Die Härte des Metalles ist, wenn wir die Gattungs- 
natur dieses Stoffes im Auge behalten, stets mit Geschmeidigkeit 
und Elasticität gepaart. Dem entgegen ist die Härte des Holzes 
eine spröde Härte, d. h. der Widerstand, welchen das Holz jeder 
Veränderung seiner Form entgegensetzt, ist ein absoluter.  Dies 
führt zu dem nachfolgenden Unterschied zwischen dem Metall und 
dem Holz als plastischen Bildstoffen.
        

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