Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749636
soferne sie dem Metallstile angehören, nicht nur materiell, sondern 
auch im Stile durchweg Gusswerk sind und ihre transponierte Technik 
deutlich zur Schau tragen.  Die eigentliche Toreutik ist solcherart 
heutigen Tages hauptsächlich auf die Werkstätte des Kunstsclimiedes 
beschränkt, ist Kunstschmiederei, weshalb wir mit unseren metalle- 
technischenUntersuchungen im folgenden, ornamentalentTheil dieses 
Capitels auf das eigentliche Schmiedeeisenwerk angewiesen sind. 
Das 
Material 
des 
Kunstschmiedes. 
Die neue Zeit hat in ihrer weitgehenden Arbeitstheilung einen 
großen Theil der Arbeit dem Schmiede erspart, indem sie ihm das 
Material in vorbereiteter Form, als mannigfaches Stab- und Fagon- 
eisen, wie solches in eigenen Walzwerken fertiggestellt wird, liefert. 
 Das Materiale der alten Schmiede war dagegen die Luppe, ein 
Eisenklumpen, welchen der Luppenherd, der dem vereinigten Processe 
des Schmelzens und Frisehens diente, lieferte. Aber selbst die Er- 
zeugung dieses Rohmateriales war in den ältesten Schmieden noch 
Werk des Sehmiedes selbst.  Dieser allerersten Praxis folgte 
zunächst die Einführung eigener, lediglich mit der Erzeugung von 
Stabeisen sich befassender Hammerwerke, in welchen das Eisen 
mittels sog. Setzhämmer, deren bedeutende Last durch mechanische 
Übertragung senkrecht auf und abbewegt wird, geschmiedet wurde, 
wie dies übrigens theilweise noch heute gebräuchlich ist. 
Im 17. Jahrhundert kamen dann die Schmiedewerke auf, in 
welchen das Stabeisen durch Zerschneiden breiter Schienen mittels 
in eisernen Wellen eingekeilter Stahlscheiben hergestellt wird. 
Ihnen folgten  ein Jahrhundert später  die Walzwerke, die 
im Wesentlichen in zwei entgegengesetzt sich drehenden Stahl-Cylin- 
dern mit Einschnitten von verschiedener Form bestehen, durch welche 
das Arbeitsstück durchgezogen wird. 
Geschichtlicher 
Überblick. 
Unsere Kenntnisse von der Verwendung des Eisens im Alter- 
thum sind ziemlich ungenau, denn die verhältnismäßig geringe Dauer- 
haftigkeit dieses Metalles hatte die gänzliche Vernichtung der Werke 
aus jener frühen Zeit zur Folge.  Indessen wissen wir aus ge- 
schichtlichen Überlieferungen, dass schon die Ägypter um 2000 v. Chr. 
das Eisen als technisches Materiale gekannt haben, desgleichen die
        

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