Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748639
schaftlichen in keiner Weise nach;  also liegt es am Schüler?! 
Auch an diesem wird es dann nicht liegen, sobald nur erst einmal 
der Versuch mit dein neuen Gegenstande gemacht und die gleiche 
Aufmerksamkeit auf das Studium der kunstgewerblichen Formenlehre 
verwendet worden sein wird wie auf die angeführten wissenschaft- 
lichen Fächer. 
Und das darf man doch wohl billig fordern, dass unserem 
kunstgewerblichen Nachwuchs mit demselben Ernst auch die wissen- 
schaftliche Grundlage in der Kunst gegeben werde, mit welchem 
ihm diese Grundlage in den übrigen, viel weiter ab von seinem künf- 
tigen Berufe liegenden Fächern zutheil wird.  Aber auch über die 
Methode des Unterrichts unseres Gegenstandes kann kein Zweifel 
bestehen. Er hat in der gleichen Weise zu erfolgen, wie in den 
übrigen Wissenschaften. Stets wird die Aufgabe des Lehrers dabei die 
sein, dasjenige, was das gedruckte WVort in conciser, knapp-logi- 
scher Form gibt, durch den mündlichen Vortrag ausführlicher zu er- 
läutern, gleichsam zu paraphrasieren. (Weshalb denn auch ein Buch, 
wie das vorliegende, ebensosehr für den Lehrer als für den Schüler 
geschrieben ist.) 
S0 kann es denn, Alles in Allem genommen, für unsere Absicht 
keine unübersteiglichen Schwierigkeiten geben, wenigstens keine, 
welche nicht auf anderen Gebieten ungezählte Male vorher schon 
überwunden worden wären.  Diese vermeintlichen Schwierigkeiten 
scheinen mir aber zugleich auch das einzige Bedenken, welches gegen 
die Einführung einer strengwissenschaftlichen Lehre der kunstge- 
werblichen Form erhoben zu werden vermöchte. Denn über die 
Nothwendigkeit eines derartigen Studiums überhaupt an unseren 
Kunstgewerbe- und kuinstgewverblichen Faehschulen kann kein Zweifel 
bestehen; Weder in dem Sinne, in welchem wir oben dieses Studium 
als die nothwendige Voraussetzung der künstlerischen Selbständigkeit 
unseres künftigen Kunsthandwerkes bezeichnet haben, noch auch in 
dem gewöhnlichen Sinne, wonach jedem Schüler eines einzelnen 
kunstgewerblichen Gebietes der Zusammenhang mit der Gesammtheit, 
wenn man so sagen kann, seine kunstgewerbliche Orientierung er- 
möglicht werden soll. 
"Und mit diesem Hinweis auf eine gründliche allgemeine Bil-i 
dung unseres künftigen Gewerbestandes sei dieses Buch der Öffent- 
lichkeit und der Schule übergeben! .
        

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