Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der kunstgewerblichen Formenlehre
Person:
Feldegg, Ferdinand von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-748370
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-749596
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liehen Vergänglichkeit doch für uns selbst, für unsere Generation, 
die unverrückbar feste Grund- und Unterlage ist, auf welcher wir 
fußen, uns wohl mit ihr, aber nicht auf ihr fortbewegend;  dass 
-es deshalb unsere wichtigste eigene Aufgabe ist, dieser Culturperiode 
ihren künstlerischen Ausdruck zu geben: Eine Aufgabe, welche wir 
umso besser imstande sein werden zu lösen, als wir sie deutlicher 
ins Auge fassen. Dann werden wir auch erkennen, was es mit der 
Kleiderfrage für eine Bewandtnis hat, und zu trennen wissen die 
allgemeinen und allgiltigen Gesetze der Gewandung von den bloß 
periodischen und cnlturellen, jenen uns unterordnend, trotzdem 
Zeit und Mode sich ihnen entgegenzustellen scheinen, diesen aber 
uns fügend, eben weil Zeit und Mode sie fordern.  
Capitel. 
Tektonische 
Formen. 
Das 
technische 
Product. 
Das 
technische 
Element. 
Seine 
Gestaltung ; 
der 
Stab. 
Das technische Element, d. h. der Bestandtheil des technischen 
Produets ist im Tektonischen der Stab. 
Unter Stab versteht man jedes starre Gebilde von vorwiegend 
linearer Ausdehnung. Ist diesemnach der Stab in gewisser WVeise 
dem Faden, dem textilen Elemente, verwandt, so unterscheidet er 
sich in anderer Weise doch wesentlich von demselben.  Denn dem 
Stab kommt außer seiner absoluten Festigkeit auch noch jener Grad 
von relativer und rückwirkender Festigkeit zu, welche ihn befähigt, 
das Element eines völlig starren und in sich unbeweglichen Systems 
abzugeben. 
Diese materielle Integrität des Stabes, d. h. seine Natur als 
starre, unbiegsame Linie, ist völlig bestimmend für die ganze Be- 
schaffenheit. des tektonischen Products, die Art seiner Zusammenfü- 
gung und das System der tektonischen Verbindung zum Unterschied 
und im Gegensatz zur textilen.
        

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