Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769498
Schablonieren eignen. Was hauptsächlich in Betracht kommt, 
sind gemusterte Hintergründe und Bordüren (Mäander, Flecht- 
bänder, Blumenbänder etc.) in zwei oder wenigen Farben. Die 
hierzu nötigen Schablonen werden meistenteils aus starkem Papier 
ausgeschnitten. Es befinden sich besonders zu diesem Zwecke 
vorgerichtete Schablonenpapiere im Handel- Andernfalls läfst sich 
jedes genügend steife und starke Papier (auch Karton ist nicht 
ungeeignet) hierzu benützen, wenn man es beiderseits mit Leinöl- 
firnis oder Schellackfirnis überpinselt.  
Das Ausschneiden der Schablone geschieht, nachdem die 
Zeichnung aufgebracht ist, mit scharfem Messer auf einer ebenen 
Unterlage aus hartem Holz, Zinkblech oder Glas. Wichtig ist 
dabei die richtige Anordnung und Verteilung der sog. Stege oder 
Halter. Man kann z. B. eine zusammenhängende Mäanderlinie 
nicht im ganzen ausschneiden, weil sonst die Schablone keinen 
Halt mehr hätte. Man schneidet nur einzelne Teile aus und läfst 
zwischen denselben schmale Verbindungsstücke im Papier als 
Halt stehen. Diese Stege oder Halter werden nach dem Schablo- 
nieren aus freier Hand zugemalt, wenn es überhaupt nötig ist. 
Gewisse Muster, gerade für Hintergründe, können von Haus aus 
so gehalten werden, dafs die Stege die natürlichen Trennungs- 
linien im Muster sind. Das Gesagte wird aus der Fig. 62 sich 
ohne weiteres erklären. 
Die Schablonen werden auf der zu verzierenden Unterlage 
mit Reifsnägeln oder anderweitig befestigt oder auch blofs mit 
der Hand festgehalten. Die Hauptsache ist ein gleichmäßiges 
Aufliegen. Als Pinsel dient ein steifer Borstpinsel mit kurzen 
Haaren nach Fig. 63. Das Farbmaterial richtet sich nach der Art 
der Malerei. Ob nun aber Wasser-, Ol- oder andere Farben be- 
nützt werden, so müssen dieselben so dick sein, dafs sie beim 
Übertragen nicht auslaufen, schmieren und zwischen Schablone 
und Unterlage eindringen, was unscharfe Ränder zur Folge hat. 
Man reibt deshalb den in die Farbe getauchten Pinsel erst auf 
einem Papiere hin und her und probiert zunächst auf anderer 
Unterlage, bis die Sache ihre Richtigkeit hat. 
Wird ein Muster durch Wiederholung hergestellt, so ist auf 
die richtigen Anschlüsse und auf eine gleichmäfsige Farbstärke 
zu achten. Das erstere erreicht man durch entsprechende Ein- 
teilung, durch Hilfslinien und Merkstriche. 
Im allgemeinen schabloniert man einen Farbton auf einen 
andern. Kommen mehrere Farben in Betracht, so benützt man 
entweder mehrere Schablonen oder man überfährt jeweils nur 
den in Betracht kommenden Teil der einzigen Schablone mit der 
zugehörigen Farbe.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.