Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769362
48. Pauspapier, 
und gelb oder gar braun werden, was im Laufe der Zeit bei 
geöltem Papier stets mehr oder weniger der Fall sein wird. 
Das sog. französische Pflanzenpauspapier (papier de guimauve, 
Eibischpapier) enthält kein Ol, ist aufserordentlich durchsichtig, 
hält sich unverändert und ist überdies geruchlos. Die verhält- 
nismäfsig teure Pausleinwand findet nur Anwendung, wo ganz 
besondere Ansprüche an die Dauerhaftigkeit der Pausen gemacht 
werden.  
Das Uberpausen von Zeichnungen ist eine ver-  
hältnismäfsig einfache Sache; aber es ist unglaub-  
lich, wie viel unnötige Zeit oft bei diesem Geschäft  
vergeudet wird. Einige Winke mögen dem viel- 
leicht vorbeugen. E 
Hat man für eine symmetrische Zeichnung die   
eine Hälfte aufgezeichnet und will die andere Hälfte r ä 
übertragen, so wird die Pause mit spitzem aber ä 
weichem Bleistift hergestellt und umgewendet durch ä 
Anreiben übertragen. Dieses Anreiben geschieht mit ä 
dem Fingernagel, einem Schlüssel oder irgend einem ä  
andern passenden Gegenstand. Man kann sich hierzu "g; 
auch ein besonderes Instrument machen, indem man  
einen flachen Messingknopf in einen Holzgriff be- i; 
festigt. (Fig._53.) Efi 
Auf dieselbe Weise kann man ganze Zeichnungen i; 
übertragen, wenn es gleichgiltig ist, ob dieselben Ä Z 
1inks- oder rechtsseitig ausfallen. Wo dies nicht  IIf 
der Fall ist, schwärzt man die Rückseite der Pause  ß 
mit Graphitpulver oder einem weichen, breiten Blei- Fig- 53- 
stift und paust über, indem man die Zeichnung mit  zum 
einem harten Bleistift oder einem Pausstift nochmals Zeichnufgextm 
nachfahrt. Statt die Pause auf der Rückseite anzu- 
schwärzen, kann man auch graphitiertes Seidenpapier, wie 
es im Handel ist, zwischenlegen, was zum nämlichen Ziele führt. 
Statt des Graphites verwendet man wohl auch Rötel- oder 
Blaupapier, hauptsächlich da, wo man mit dem Gummi nach- 
träglich nicht mehr reinigen kann und diese Farben weniger 
stören als der Graphit. Ist das überzutragende Original auf nicht 
zu dickes Papier hergestellt und kann man dieses selbst auf der 
Rückseite anschwärzen, so fallt das Pauspapier ganz fort. 
Handelt es sich um häufig symmetrisch wiederkehrende 
Partien, wie bei laufenden Ornamenten, Rosetten etc., so zeichnet 
man abwechselnd auf der einen und andern Seite des Pauspa- 
pieres mit Bleistift durch, wobei die Bleistiftstriche selbst genügend 
abfärben, so dafs man für eine achtteilige Rosette also blofs ein 
Achtel aufzuzeichnen, und auch blofs ein Achtel zu pausen 
Meyer, Liebhaberkünste. 2. Abdruck. 5
        

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