Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769274
56 
Abschnitt. 
Erster 
das Material 
Über 
und 
die Werkzeuge. 
Hirschleder. 
Lappen aus dünnem Hirsch- oder Rehleder benützt man in 
der Aquarellmalerei mit Vorteil, um helle Stellen aus den satten 
Farbtönen auszuheben. Zeichnet man die auszuhebenden Striche 
oder Punkte mit wassergefülltem Pinsel auf die Farbe und wischt 
das Wasser unter kurzem und kräftigem Druck der Hand mit 
Hirschleder fort, so nimmt dasselbe auch den Hauptteil der Farbe 
mit. Wird das mit dem richtigen Geschick gemacht und werden 
die hellen Stellen nötigenfalls mit hellern Farbtönen lasiert, so 
lassen sich sehr willkommene Effekte erzielen, so z.B. bei Land- 
schaften in Bezug auf alte Mauern, moosige Felsen etc. 
Nebenbei benützt man das Hirschleder als Putzmittel, zum 
Reinigen der Federn, zum Blankhalten des Reifszeuges; beim 
Schleifen und Polieren der Metalle u. s. w. 
Gold, 
Silber, 
Bronzen. 
In der dekorativen Malerei werden die Metalle nicht selten 
als Aufputz benützt. Die mittelalterlichen Miniaturen und Bücher- 
malereien machen bereits hiervon den ausgiebigsten Gebrauch. 
Die Metalle werden in der Form feinster Pulver mit einem 
Bindemittel (meist Gummi arabicum) angerieben und mit dem 
Pinsel aufgetragen, gelegentlich auch mit der Feder, obschon 
dies weniger gut angeht. Die Zeichenmaterialienhandlungen liefern 
sowohl die ungemengten Pulver als die zum Gebrauch fertigen 
Mischungen in kleinen Schalen oder Muscheln. 
Das echte Gold wird seiner Kostbarkeit wegen gewöhnlich 
nur verwendet, wo es sich um kleine Mengen handelt oder wo 
ein besonderer Wert auf möglichst lange, unveränderte Erhaltung 
gelegt wird (auf Pergamenturkunden, Diplomen etc.). Es ist als 
Gelbgold, Rotgold und Grüngold in Muscheln und Schälchen zu 
haben. Da dieselben nur einen Tropfen enthalten, empfehlen sich 
kleine und vor allem vollständig reine Pinsel zum Auftragen. 
Das echte Gold läfst sich mit dem Achat aufpolieren, so dafs es 
durchweg Hochglanz erhält oder dafs nur einzelne Stellen aufpo- 
liert werden, wobei dann eine brokatähnliche Wirkung entsteht. 
Ahnlich verhält es sich mit dem echten Silber. 
Ein billiges Ersatzmittel sind die Bronzen, die aber nicht 
nur als Rotgold, Gelbgold, Grüngold und Silber, sondern auch 
in allen möglichen farbigen Abstufungen hergestellt werden, z. B. 
Amarant Blauviolett 
Antik Braun 
Azur  Karrnin 
Blaugrün Karmoisin
        

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