Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769107
Federhalter. 
chinesische Tusche. 
Die 
wohl, um schmutzige Federn zu reinigen, was man übrigens nicht 
nötig hat, wenn man sich die gute Gewohnheit zulegt, die Federn 
stets nach gemachtem Gebrauch an einem Lappen auszuputzen. 
 Künstler zeichnen gerne mit Raben- und Gänsekielfedern, 
Weil deren Strich etwas Weiches und Besonderes hat und weil 
man sich dieselben nach Bedarf und Belieben zurechtschneiden 
kann. Wie man derartige Federn richtig schneidet, ist schwer 
mit Worten zu sagen, und Jean Paul behauptet: „Eine Frau kann 
leichter jede Feder führen, sogar die epische und kantische, als 
eine schneidenx und hier rnufs, wie in mehr Fällen, das stärkere 
Geschlecht dem schwachen unter die Arme greifen." Aber auch 
damit ist es schlecht bestellt, seit die Stahlfeder den Gänsekiel 
allgemein verdrängt hat. Wenn nötig, sind übrigens auch ge- 
schnittene Kielfedern in den Zeichenmaterialienhandlungen bund- 
weise und einzeln zu haben.  
Federhalter. 
Art und Form auch dieses Gerätes tragen, sowie sie im 
Handel sind, jedem möglichen Geschmacke Rechnung. Der Ver- 
fasser schreibt und zeichnet mit den nämlichen" Haltern, weil er 
nicht einsieht, warum der Zeichenfederhalter kleiner und dünner 
sein soll als der Schreibfederhalter. Diese Halter, die er für die 
Zweckmäfsigsten von denen erachtet, die ihm bekannt geworden 
sind, bestehen aus einer Hartgummihülse mit einem Stiel aus ab- 
gedrehtem Rohr und sind bekannt unter dem Namen „Tonkin- 
halter". Fig. 32 zeigt das Gerät verkleinert. 
Soenneckens Verlag in Bonn, der sich um das Schreibwesen 
wohlverdient gemacht hat, liefert zweckmäfsige Federhalter in 
mancherlei Form und Ausstattung. (Fig. 33.) Das eine der dar- 
gestellten Beispiele verbindet Halter und Feder in eins; das 
Instrument ist aus Hartgummi, gibt nach jeder Richtung gleich- 
dicke Striche und eignet sich für Federzeichnungen, hauptsächlich 
Umrifszeichnungen in ganz grofsem Malsstabe. 
Die 
chinesische 
Tusche. 
In China und Japan schreibt und zeichnet man mit dem Pinsel 
und bedient sich statt der Tinte der Tusche. Bei uns benützt man 
die letztere zur Herstellung von Federzeichnungen und lavierten, 
d. h. in verschieden starken Tönen gemalten Bildern; gelegent- 
lich auch zu völlig schwarzen Decktönen und Hintergründen. 
Die Erfindung der Tusche wird in die Zeit 260-220 v. 
Chr. datiert. Die ursprünglich fabrizierte Tusche hatte die Form
        

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