Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769096
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Erster Abschnitt. 
Über das 
die Werkzeuge. 
Material und 
überflüssige Striche und Töne wegzuwischen. Man wähle grofse 
und weiche Stücke, da die harten nichts taugen. In den Zeichen- 
materia1ienhand1ungen_ ist dieser Zunder in der richtigen Be- 
schaffenheit zu haben.  
Klemmt man kleine Zunderstückchen entsprechend in einen 
Halter, so kann man auf diese Weise auch ein strichweises 
Radieren vornehmen, 
Zeichenfedern. 
Zum Herstellen von Federzeichnungen, zum Ausziehen der 
Umrisse von Decktönen etc. bedient man sich heute ziemlich 
allgemein der Stahlfedern. Für kräftig gehaltene Zeichnungen 
wählt man die gewöhnlichen Schreibfedern, für feinere Arbeiten 
die eigentlichen Zeichenfedern. Jede Hand liebt ihre eigene Feder, 
die ihr gerade zusagt, und bei der aufserordentlichen Reichhaltig- 
keit des im Handel befindlichen Stahlfedernmaterials mufs auch 
jede etwas Passendes finden. Wenig geeignet sind die in Hülsen 
auslaufenden Zeichenfedern, weil sie gewöhnlich an zu dünne 
Stiele gesteckt werden und weil man keinen ordentlichen Strich 
machen kann, wenn der Halter nicht die nötige Schwere und 
Stärke hat. Als empfehlenswerte Zeichenfedern seien beispiels- 
weise erwähnt: 
John MitchelPs Imperial 0370 (sehr weich und spitzig), 
Sommerville's Alfred Fountain Spear EF (weich und spitzig), 
J. Klaps Feder. CarlKuhn 8c Cie. Wien (hart und weniger spitz), 
John Mitschellis 045 . . . . . . (weich und breit), 
John Mitchellis EF 0x31 . . .  (hart und breit). 
Eine und dieselbe Stahlfederform wird gewöhnlich mit ver- 
schieden breiten Spitzen hergestellt und trägt dementsprechend 
eine Buchstabenbezeichnung. (BIbreit, M:mitte1, FIfein; 
aufserdem finden sich auch weitere Bezeichnungen BB, BBB, 
FF u. s. w.) Die bekannten Soenneckenschen Schreibfedern 
werden in drei Spitzenbreiten geliefert, EF extrafein, F fein, M 
mittelbreit. Für kräftige Federzeichnungen können dieselben als 
Zeichenfedern dienen. 
Neue Federn sind 'meist etwas fettig, was von der Behand- 
lung herrührt, die sie erfahren, um gegen den Rost geschützt zu 
sein. Sie' nehmen infolgedessen nicht sofort Tusche, Tinte 
oder Farbe an. Dieser Mifsstand wird leicht dadurch gehoben, 
dafs man die Feder in der Flamme eines Streichholzes hin und 
her bewegt, wobei jedoch gerne der Härtegrad ein anderer wird. 
Man kann die Feder auch auf ein paar Augenblicke in Spiritus 
tauchen, dann abreiben oder deren Spitze mehrmals in eine rohe 
Kartoffel stofsen. Des letztern Mittels bedient man sich auch
        

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