Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-769045
Pastellstifte, 
Ölkreidestifte. 
Ähnlich wie der Roteisenstein werden auch andere minera- 
lische Farben mit Gummi oder Leim als Bindemittel zu Pastell- 
oder Ölkreidestiften verarbeitet, wobei eine reiche Auswahl von 
mehr oder minder gut wirkenden Farbtönen zu haben ist. Der- 
artige Stifte dienen einerseits dazu, um mehrfarbige Pastellbilder 
herzustellen; anderseits werden bestimmte Nummern für einfar- 
bige Zeichnungen benützt, weil die Wirkung weniger hart ist 
als bei Benutzung der schwarzen Kreide. Man wählt die Farben 
nach dem Ton des Papieres, zu dem sie passen müssen, und 
derart, dafs sie sich in braunen, braunroten, grauen, grünlich- 
oder blaugrauen Schattierungen bewegen, welche den besten 
Effekt geben. Bekannt ist das Fabrikat: G. W. Sussner, creta 
polycolor, das einige Dutzend Nummern aufweist. Angenehme 
Farben sind z. B. 9 und 2x für einfarbige Zeichnungen. Auch 
Grofsberger und Kurz in Nürnberg u. a. liefern farbige Stifte. 
Schwarze 
und 
weifse 
Kreide. 
Diese Materialien werden einerseits aus geglühtem Kienrufs, 
anderseits aus geschlemmter Kreide mit den nötigen Bindemitteln 
hergestellt und kommen sowohl in Holz gefafst sowie auch als 
nicht gefafste, vierkantige oder cylindrische Stäbchen zum Ver- 
kauf. Die Hauptfirma ist Conte in Paris, aber auch A. W. Fab er 
und andere befassen sich mit der Herstellung. Diese Kreiden 
sind meist nur in 2 Nummern vorrätig, von denen No. I die 
härtere, No. 2 die weichere Sorte ist. Die nicht gefafsten Stifte 
brechen leicht und sind schwer zu spitzen. Man spitzt gewöhn- 
lich in umgekehrter Richtung, d. h. von der Spitze nach rück- 
wärts schneidend. Bezüglich der schwarzen Kreide ist zwischen 
gefafsten und nicht gefafsten Stiften kein wesentlicher Unterschied, 
während die in Holz gefafste weifse Kreide gewöhnlich einen 
schlechtem Effekt gibt, als die vierkantige, nicht gefafste. 
Zeichnungen, mit schwarzer und weifser Kreide ausgeführt 
(ä deux crayons), wirken nur auf Tonpapieren, die nicht zu hell 
und nicht zu dunkel sind. Auf grauen, blaugrauen und bläu- 
lichen Tönen steht das Weifs am besten. Schlecht steht es auf 
gelben, braunen und rötlichen Tönen. Will man derartige Papier- 
töne benützen, so mufs man auch eine weifse Kreide wählen, die 
ins Gelbe gebrochen ist. Werden Kreidezeichnungen späterhin 
fixiert, so ist von vornherein darauf Rücksicht zu nehmen, dafs 
das Weifs nach dem Fixieren eine viel geringere Wirkung machth 
also stärker aufzutragen ist, als sonst nötig wäre. [f 
Meyer, Liebhaberkünste. 2. Abdruck. 3 f,
        

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