Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Liebhaberkünste
Person:
Meyer, Franz Sales
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-768438
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-772236
352 
Dritter Abschnitt. 
Sprüche. 
Trau Gott allein 
Und achte klein, 
Was alle Welt mag sagen: 
So hört bald auf dein Klagen. 
Treue ist ein selt'ner Gast, 
Halt ihn fest. wenn du ihn hast! 
 ? 
Um gestern und morgen 
Bekümufre dich nicht 
Und Streife die Sorgen 
Vom ernsten Gesicht. 
Nach Baumbach. 
Verzweifle nicht, mein frommer Christ, 
So1ang' du nicht gehangen bist! 
Vor nichts nimm dich bei Tag und Naicht 
So sehr als vor dir selbst in acht. 
Ü 
 ache, bete, streite, 
Gott nimm zum Geleite! 
Wachset wie die Rosen, 
An den Bächlein gepflanzetl 
Walle durch Blumen! 
Und bleibst du sitzen, 0 Mägdelein, 
Denk nicht, dafs verfehlt dein Leben; 
Es geben nicht alle Trauben Wein, 
Es mufs auch Rosinen geben. 
Warte schöner Tage, 
Duck dich, Herz, und trage! 
Was du Gutes gethan  vergifs und 
thu etwas Besseres! Lavater. 
Und sorge, 
dafs 
dein 
glüht  
Herze 
Zukunft hat, 
keine 
YVas 
Und wenn dir oft auch bangt und graut, 
Als sei die Höll' auf Erden, 
Nur unverzagt auf Gott vertraut, 
Es mufs doch Frühling werden. 
 1 
Unser ist der Augenblick, 
Lafst uns den geniefsen. 
Rückert. 
Ü" 
Vergib, soviel du kannst, 
Und gib, soviel du hast! 
Rürkert. 
Das fange nicht erst an! 
Was willst du heute sorgen 
Auf morgen? Der eine 
Steht allem für, der gibt auch dir 
Das Deine. 
Weicht, eitle Grillen, weicht; 
Ihr kränket nur die Sinnen. 
  Canüz. 
Weifst du ein Auge, wachencl in Kummer, 
Lieblicher Schlummer, drücke mir's zu! 
Grillparzer. 
Vergifs, 0 Menschenseele, 
du Flügel hast! 
nicht, dafs 
Weifst du was, so schweig; 
Ist dir wohl, so bleib; 
Verlafs dich auf die Leute nicht, 
Sie sind wie eine Wiege; 
Wer heute Hosianna spricht, 
Ruft morgen: Crucifige! 
Verlasse dich nicht, nur die Weltl 
Verzeihe 
dem 
Glück 
Thorheit. 
seine 
Hast du was, so halt; 
Unglück mit seinem breiten Fufs kommt 
bald. 
Luther. 
Wenn du noch eine Heimat hast, 
S0 nimm den Ranzen und den Stecken, 
Und wandre, wandte ohne Rast, 
Bis du erreicht den teuren Flecken.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.